Der litauische Regisseur und Schauspieler Arturas Valudskis, ein Meister des absurden Theaters, hat sich intensiv mit den Werken seines Landsmanns Marius Povilas Elijas Martynenko auseinandergesetzt.

Der bekannte österreichische Schauspieler und Sänger Martin Bermoser schlüpft in die Rolle dieses als Schriftsteller, Schauspieler und Entertainer bekannten Künstlers und brilliert mit einem mitreißenden Selbstgespräch, das unter die Haut geht. Ein ganz außergewöhnlicher Theaterabend, der Absurdes mit Philosophischem gekonnt verbindet.
Povilas Elijas Martynenko (geb. 1993) hat sich durch seinen unkonventionellen Stil und seine Offenheit gegenüber sehr persönlichen Themen wie psychischer Gesundheit und Spiritualität einen Namen gemacht.
Er gilt als eine der markantesten Stimmen der zeitgenössischen litauischen Literatur. Martynenko ist bekannt für seine bewegte Lebensgeschichte, seine Erfahrungen in Klöstern und bei den unterschiedlichsten Gelegenheitsjobs. Jede kreative Arbeit ist für ihn entweder eine Einladung zum Spiel oder das Spiel selbst. Für Martynenko ist die Wahrheit keine Aussage, sondern eine etwas absurde Frage.

So richtet er sich an diesem Abend auch des Öfteren mit der Frage „Seid ihr noch da?“ ans Publikum. Obwohl er keine Antwort erhält, beginnt er, uns aus seinem Leben zu erzählen. Da er momentan als Barkeeper arbeitet, kennt er viele verrückte Geschichten, denn Alkohol macht gesprächig. Leider kippt der Künstler oftmals vom Stuhl und fällt dann ins Koma. Anschließend philosophiert er mit Ärzten über das „Aufwachen“. Gerne denkt er an seinen Großvater zurück, der ihm die eigenartigsten Geschichten erzählt hat. Wohnen die Verstorbenen nun wirklich unter der Erde und schieben die Bäume an, um ihnen beim Wachsen zu helfen? Natürlich lernen wir auch seine liebevolle Mutter und seinen älteren Bruder kennen.
Wenn er durch ein winzig kleines Fenster schaut, beschwert er sich über die fehlenden Türgriffe und Steckdosen. Warum es aber in einer psychiatrischen Klinik auch kein Klopapier gibt, ist ihm ein Rätsel.
Zur Entspannung setzt er sich immer wieder an sein Schlagzeug, ist dann bester Laune und unterhält mit schrägen, etwas skurrilen Liedern. Er findet es ausgesprochen schade, dass der schon so oft angekündigte Weltuntergang bisher noch nicht stattgefunden hat. Der gemeinsame Untergang wäre doch sicherlich die beste Lösung für alle Probleme.
Der Künstler ist der festen Überzeugung, dass wir momentan in einer verfaulten Ära leben. Das ist aber nichts Neues, daran glaubten schon die alten Ägypter. Er hätte jedoch die Lösung, wie die Welt doch noch zu retten wäre. Die Menschheit sollte sich nicht mehr vermehren und am besten auch nichts mehr essen.
Der Abend ist ein faszinierender Streifzug durch das Leben eines ganz speziellen Künstlers, der neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Slam-Poet und Komiker auftritt. Der Mix aus Absurdem, Philosophischem und Comedy hat seinen ganz besonderen Reiz.
„Fünf vor Anfang“ – Regie: Arturas Valudskis. Spiel: Martin Bermoser
Die nächste Vorstellung findet am 11. Juni 2026 im OFF Theater in Schallmoos statt.

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