Fußball nach amerikanischen Gesetzen

Die goldenen Kugel oder Macht und Geld regieren die Welt | Foto: Karl Traintinger

Die goldenen Kugel oder Macht und Geld regieren die Welt | Foto: Karl Traintinger

Für mich ist diese Fußballweltmeisterschaft der Männer gestorben. Nicht wegen des Fußballs. Sondern weil der Fußball nicht mehr im Mittelpunkt steht. Es geht um Geld. Um Macht. Und darum, wer sie besitzt.

Alois Schöninger

Von Alois Schöninger
Hallein, Salzburg

Als Glatzenträger erlaube ich mir einen bösen Witz: Vielleicht trägt FIFA-Präsident Gianni Infantino seine Glatze, weil man damit leichter in den Hintern von Donald Trump rutscht.

So fühlt es sich inzwischen an.

Man sitzt vor dem Fernseher und glaubt, sich das alles nicht einmal in einem schlechten Drehbuch ausdenken zu können. Ein erfundener Friedenspreis. Eine zurückgenommene Rote Karte. Offensichtliche Anbiederung. Offensichtliche Beeinflussung. Und niemand scheint sich dafür schämen zu müssen.

Das macht fassungslos.

Und gleichzeitig überrascht es nicht.

Denn genau so funktioniert Macht. Früher geschah vieles in Hinterzimmern. Heute passiert es vor laufenden Kameras. Offen. Dreist. Unverschämt. Unverblümt.

Je öfter das geschieht, desto normaler wird es. Heute beim Fußball. Morgen in der Gemeinde. Übermorgen beim großen Geschäftemachen. Natürlich gibt es all das schon lange. Korruption, Einfluss, Deals unter Mächtigen. Aber früher musste man sie wenigstens noch verstecken.

Heute nicht mehr.

Regierungen werden zusehen. Vielleicht, weil ihnen der Handlungsspielraum fehlt. Vielleicht, weil ihnen der Mut fehlt. Vielleicht, weil sie sich längst damit abgefunden haben. Vielleicht, weil sie selbst zu korrupt sind.

Ich finde, es ist an der Zeit, etwas zu ändern.

Warum sollen Superreiche nicht endlich so besteuert werden wie der kleine Schuhhändler oder die Kassiererin im Supermarkt? Warum gelten für manche Menschen andere Regeln als für alle anderen?

Die Europäische Union sollte sich endlich darauf besinnen, welche wirtschaftliche und moralische Macht sie besitzt. Es wird Zeit, die Daumenschrauben anzusetzen. Nicht bei jenen, die jeden Tag arbeiten und ihren Beitrag leisten. Sondern bei denen, die sich alles richten können.

Bei denen, die Milliarden anhäufen, während Wohnen für normale Menschen unleistbar wird. Bei denen, denen Umweltverschmutzung völlig egal ist, solange die Gewinne stimmen. Und bei denen, die Menschen nach ihrer Herkunft beurteilen, statt danach, was sie leisten und welchen Beitrag sie für unsere Gesellschaft erbringen.

Es reicht.

Endgültig.

Hören wir auf zu glauben, dass schon irgendjemand das für uns richten wird.

Wachen wir auf.

Nehmen wir das Heft selbst in die Hand.

Siehe auch:
FIFA – Trump und der ganz große Frieden >
Nahm Trump Einfluss? Aufschrei über Fifa-Entscheid im Fall Balogun >
Kehrtwende der FIFA: US-Star Balogun trotz Roter Karte spielberechtigt – weil Trump bei Infantino anrief? >


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1 Kommentar zu "Fußball nach amerikanischen Gesetzen"

  1. Der Göd Der Göd | 7. Juli 2026 um 08:03 |

    Gratuliere den Belgiern zum 4:1 gegen die USA. Trump hat dem US Team offensichtlich einen Bärendienst erwiesen. Er hat der Welt wieder einmal gezeigt, was man von ihm halten kann.

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