Henrik Ibsens psychologisches Schauspiel kritisiert überholte Konventionen und hält der gutbürgerlichen Gesellschaft sowie der Geistlichkeit einen Spiegel vor. In seiner norwegischen Heimat stieß das Stück erst auf Ablehnung, weshalb es 1882 in Chicago uraufgeführt wurde. Im Schauspielhaus Salzburg feierte das Drama über die verheerenden Folgen von Heuchelei und Scheinheiligkeit am 18. November 2012 Premiere.

Von Elisabeth Pichler
Zum Andenken an den verstorbenen Kammerherrn Alving lässt dessen Witwe ein Kinderheim errichten. Überglücklich ist sie über die Ankunft ihres Sohnes Osvald, der zur Einweihung extra aus Paris angereist ist. Der Besuch Pastor Manders‘ hingegen bringt Helene ziemlich durcheinander, hat sie doch am Anfang ihrer Ehe bei ihm Zuflucht gesucht, als sie die „unbändige Lebenslust“ ihres Gatten nicht mehr ertragen konnte.
Der selbstgerechte Pastor ist noch immer stolz darauf, dass es ihm damals gelungen ist, die junge Frau auf den Pfad der ehelichen Pflichten zurückzuführen. Die Schatten der Vergangenheit zerstören auch das junge Liebesglück zwischen Regine, dem lebenslustigen Hausmädchen, und Osvald. In diesem Haus ist kein Platz für Lebensfreude.




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