Die Palästina-Demonstration am Samstag, dem 11. Oktober eskalierte in Bern. Einige Demonstranten warfen Pflastersteine und legten ein Haus in Brand. Einigen Verrückten machte dies offensichtlich Spass, wie es randalierenden Fußballfans in der Schweiz es auch manchmal Freude bereitet, die braven Bürger zu schockieren und den Verkehr beim Marsch zum Stadion lahmzulegen.

Von Heinrich Frei, Zürich, Schweiz
Das Gewaltproblem ist nicht nur bei Fußballspielen und bei Demonstrationen aktuell. Die Gewalt beginnt schon zu Hause, wenn Eltern ihre Kinder schlagen.
Das Züchtigungsrecht der Eltern wurde in der Schweiz mit der Revision des Kinderrechts 1978 abgeschafft. Körperstrafen wurden dadurch bisher nicht verboten, wie in Österreich und fast allen europäischen Staaten. Jetzt will auch das Parlament der Schweiz, der Nationalrat und auch der Ständerat die gewaltfreie Erziehung im Zivilgesetzbuch verankern, die Ohrfeige zu rechten Zeit verbieten, die angeblich noch niemandem geschadet habe.
Laut einer Studie der Universität Fribourg sind immer noch viele Kinder in der Schweiz von Körperstrafen und Demütigungen betroffen. 62 Prozent der Eltern geben zwar an, nie körperliche Gewalt einzusetzen. Nach der Studie der Uni Fribourg werden etwa zwei Prozent der Kinder in der Schweiz mit Gegenständen geprügelt, beispielsweise mit einem Gürtel. Jedes zehnte Kind soll von den Eltern mit Ohrfeigen bestraft werden. Auch kalt abgeduscht werden viele Kinder und noch mehr erhalten Schläge auf den Hintern. Weiter wurde in dieser Untersuchung festgestellt: Viele Kinder und Jugendliche werden von ihren Eltern beschimpft, beleidigt, gedemütigt oder über längere Zeit ins Zimmer eingesperrt.
Da ist es nicht verwunderlich, dass einige Jugendliche später auch Gewalt anwenden, bei Demos, bei Fußballspielen, aber auch zu Hause, im trauten Heim gegen ihre eigenen Kinder und ihre Partnerin.
Auch Kinder von engagierten Sozialisten, die ich kannte, wurden früher arg geschlagen. Eine Ohrfeige zur rechten Zeit hat noch niemandem geschadet, hieß es damals, auch wenn der Lehrer zornentbrannt zuschlug, wurde dies toleriert.
Eine gewaltlose Erziehung ist in vielen Familien auch heute bisher nicht an der Tagesordnung. Wer politisch für Gewaltlosigkeit und Friedensverhandlungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine eintritt, wird als naiv bezeichnet, als Putin Freund.
Heute heißt es vielerorts: Wer Frieden will, muss sich für den Krieg vorbereiten, muss aufrüsten. Die Jugendlichen müssen wieder kriegstüchtig werden. Wer noch Ideen der Gewaltlosigkeit von Gandhi und Tolstoi vertritt, gilt als Dummkopf. Auch wer gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ist, wird diffamiert.
Wer nicht in die Armee will, muss in der Schweiz einen Zivildienst leisten, der anderthalbmal länger als der Militärdienst dauert. Jetzt will man den Zugang zum Zivildienst noch verschärfen. Junge Männer sollen abgeschreckt werden, Zivildienst zu leisten.

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