
Autor: Günter Neuwirth
Titel: Reigen in Triest
Genre: Belletristik/ Historische Kriminalromane
ISBN: 978-3-8392-8013-3
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH
Erschienen: 11.03.2026
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Klappentext:
Baronin Luise von Callenhoff lädt zur Sommerfrische in ihre Villa. Im adriatischen Frühsommer, umgeben von Pinien und der rauen Schönheit des Triester Karsts, verbringen drei Frauen und drei Männer wonnige Tage. Sie speisen, trinken und tanzen, wandern, und baden im Meer.
Inspector Bruno Zabini ist einer von Luises Gästen und überrascht von der freizügigen Leichtigkeit, mit der die Gäste unter Luises Führung die Konventionen der k.u.k. Gesellschaft brechen. Was keiner ahnt: Die illustre Gesellschaft wird von argwöhnischen Augen beobachtet.

Rezension von Anna Lemberger
Triest 1908: Nach dem frühen Tod ihres herrschsüchtigen Mannes genießt die junge Baronin von Callenhoff ihre neu gewonnene Freiheit im Kreise ihrer Freunde. Zwei Paare folgen der Einladung in ihre luxuriöse Villa nahe Triest. Auch der charmante Inspektor und Schwerenöter Bruno Zabini steht auf der Gästeliste. Allen Konventionen zum Trotz kosten die drei Paare die Sinnesfreuden voll aus und geraten dabei in einen Taumel der Gefühle. Doch das Unheil ist bereits näher, als sie ahnen.
Der Autor entwirft eine romantische Geschichte aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, einer Ära, in der Triest noch Teil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie war und der Adel die privilegierte, gut situierte Gesellschaftsschicht bildete. Die Hauptfigur Luise nimmt dabei eine durchaus zwiespältige Rolle ein: Einerseits liegt ihr viel daran, dass ihre junge Freundin Carolina, Komtess von Urbanau, den Erbgrafen Arthur von Brendelberg standesgemäß heiratet. Andererseits ist ihr übriger Freundeskreis keineswegs durchweg von blauem Blut. Was sie jedoch alle verbindet, ist die Liebe zu den schönen Künsten und den besonderen Genüssen des Lebens.
Das reizvolle und stimmige Cover mit einem „Habsburger Juwel“ weckt Sehnsüchte und macht neugierig. Bereits die Einleitung ebnet den Weg in die Handlung und fängt das mediterrane Flair des Romans gekonnt ein. Neuwirth versteht es, anfangs ganz ohne große Dramen eine knisternde erotische Spannung aufzubauen, die sofort in den Bann zieht. Während die Figuren völlig auf sich und ihre Bedürfnisse konzentriert sind, lauert außerhalb der Villa bereits Gefahr aus verschiedenen Richtungen. Am Ende nimmt das Geschehen eine überraschende Wendung, als ein Schatten aus der Vergangenheit auftaucht, denn eine alte Schuld wartet noch auf ihre Begleichung.
Es ist eine wortgewaltige und atmosphärisch dichte Erzählung mit monarchistischem Charme. Die Fortsetzung der Triester Zabini-Reihe ist sorgfältig und mit Tiefgang gestaltet, wobei sich k.u.k. Inspektor Bruno in diesem Band deutlich mehr seiner Lust als der Jagd nach Verbrechern widmen darf. Da die Geschichte in sich abgeschlossen ist, lässt sie sich problemlos unabhängig von den anderen Bänden lesen.

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