Der Wind bläst kalt. Der Atem gefriert. Winterstimmung im Fasching. Und die nachfolgende Geschichte könnte sich in jeder anderen Stadt zutragen. Vielleicht nur mit kleinen geografischen Änderungen für die Biografie. Geschätzte 900 Millionen Artverwandte weltweit teilen das Schicksal von Max.

Von Hans Lutsch
Anfang Februar ist die Stadt Salzburg erneut von einer Kältewelle erfasst. Hunderte Stadttauben sitzen aufgeplustert auf Drähten nahe der Staatsbrücke, und versuchen sich ein wenig gegen die Widrigkeiten des Winters zu schützen. Sie sind bemüht, zu überleben.
Max, eine erst drei Monate alte Taube, hat es nicht geschafft. Die Kälte und der Mangel an Ernährung haben die kleine graue Taube dermaßen erschöpft, dass sie keine Reserven mehr aufgebracht hat, um den langen Winter zu überdauern. Die Lebensbedingungen in unseren urbanen Städten sind für die Nachkommen der Felstaube nur in Ansätzen ein geeigneter Lebensraum. Allein in den hohen Häuserfassaden kann sich eine verwilderte Haus- und Brieftaube nicht das ganze Jahr über einrichten, zumal verärgerte Hauseigentümer bauliche Maßnahmen wie Spikes und Netze gegen die Kotverunreinigung einsetzen. Es fehlt neben artgerechten Niederlassungen das artgerechte Futter. Es fehlt an allem, was die Hartkörnerfresser zum gesunden Dasein benötigen.

Max ist gestorben, weil ihm die nötigen Grundlagen zur Lebenssicherung in unseren zivilisierten Städten einfach nicht zugestanden werden. Falsch verstandene Fütterungsverbote und ein ungerechtfertigter „Sündenbock-Mythos“ setzen die Lebenserwartung der Stadttauben drastisch herunter. Im Durchschnitt überleben die ansonsten sehr anpassungsfähigen Tiere nur zwei Jahre. Im Gegensatz zu dieser Statistik können sie aber unter tierartgerechten Lebensbedingungen bis zu 15 Jahre alt werden. Die Jungtaubensterblichkeit liegt bei ca. 80 %. Max gehört nicht zu den 20 % Überlebenden, die dann zwei Jahre später sterben.
Die Jungtaube hat sich mit ihrem stark geschwächten Körper mitten auf eine stark befahrene Fahrbahn gesetzt, die Flügel zur Seite gestreckt, damit sie noc…

Tauben wurden immer vergiftet und daran hat sich bis heute wenig geändert. Für viele Menschen ist das offensichtlich der einzige Zuganz zu diesen Tieren. In manchen Gourmettempeln werden sie auch verspeist. Das Engagement der Taubenschützer um Hans Lutsch ist grandios, meine Gratulation dazu!