An der Nordseite der Pfarrkirche St. Antonius in Itzling, am Ende eines geschotterten, von Blumen gesäumten Weges, steht ein Werk, das leicht übersehen wird und gerade deshalb Aufmerksamkeit verdient: das Kriegerdenkmal von Hans Pacher. Es entstand in den Jahren 1950 bis 1952 und zählt zu jenen zurückhaltenden Werken im Salzburger Stadtraum, die weniger durch Geste als durch Haltung wirken.

Von Karl Traintinger
Das Denkmal verweigert sich dem Pathos. Die beiden Soldaten in Bronze stehen nicht für Triumph oder nachträgliche Heroisierung, sondern für Trauer, Last und das stille Erinnern. Darin entspricht das Werk jenem Typus von Nachkriegsdenkmal, der in Österreich nach 1945 häufig anzutreffen ist: zurückgenommen in der Form, ernst im Ausdruck und dem Gedenken verpflichtet.
Hans Pacher war Teil der Künstlergeneration, die den öffentlichen Raum der Stadt nach dem Krieg mit ihren Denkmälern, Büsten und plastischen Arbeiten prägte. Seine Kunst blieb gegenständlich und verständlich, mit einer behutsamen Modernisierung der Form. Das Itzlinger Kriegerdenkmal ist dafür ein gutes Beispiel. Die nischenartige Anlage an der Kirchenwand verleiht dem Ort eine ruhige Geschlossenheit. Nichts drängt sich auf, nichts will beeindrucken. Die Erinnerung wird hier nicht monumental aufgeladen, sondern in eine würdige, fast zurückhaltende Form gebracht.

Dass das Denkmal heute dringend renovierungsbedürftig ist, verweist auch auf den oft prekären Zustand öffentlicher Erinnerungskultur. Werke wie dieses gehören zum kulturellen Gedächtnis der Stadt. Sie verdienen nicht nur kunsthistorische Beachtung, sondern auch Pflege.






Hans Pacher wurde 1913 in St. Radegund bei Graz geboren. Der österreichische Maler und Bildhauer wirkte ab 1945 dauerhaft in Salzburg und schuf dort zahlreiche Werke im öffentlichen Raum, darunter das Kriegerdenkmal in Itzling. Er war mit der Malerin Doris Pacher verheiratet und starb 2002 in Salzburg.

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