Hartmut Palmer: Reich der Lügen

Hartmut Palmer

Hartmut Palmer | Foto: Gmeiner © Höhner-Fotografie

Hartmut Palmer: Reich der Lügen

Autor: Hartmut Palmer
Titel: Reich der Lügen – Kurt Zink und die Allianz der Wutbürger
Genre: Belletristik/ Gegenwartsliteratur (ab 1945) /Roman
ISBN: 978-3-8392-0900-4
Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH
Erschienen: 09.07.2025

Klappentext:

Wenige Tage, nachdem er den Bonner Journalisten Kurt Zink getroffen und bei ihm seine Brieftasche vergessen hat, wird der pensionierte Polizist Siegfried Iserlohe ermordet in einem Wald bei Templin gefunden. Was wusste er über den Prinzen, der mit rechtsextremen Gesinnungsgenossen einen Putsch gegen die Regierung plante? Stecken Julius Plück und die Allianz für Deutschland dahinter? In der Brieftasche entdeckt Zink Hinweise, die ihn auf die Spur der Mörder führen – und in ein Reich der Lügen.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Der pensionierte Bonner Journalist Kurt Zink besucht ein Kaffeehaus in seiner Geburtsstadt Templin in der Uckermark. Dort wird er von Siegfried Iserlohe angesprochen. Zuerst ist Zink irritiert, doch Iserlohe erinnert ihn daran, dass sie sich vor Jahren schon einmal begegnet sind – damals war er noch Personenschützer von Helmut Schmidt.

Während die beiden gemeinsam einen alten Zeitungsbericht ansehen, erhält Iserlohe einen Anruf auf seinem Handy. Panikartig verlässt er daraufhin das Kaffeehaus und lässt seine Brieftasche liegen. Zink nimmt sie an sich, kann sie ihm aber nicht mehr zurückgeben, da Iserlohe kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird.

Durch den vorübergehenden Besitz der Brieftasche gerät Zink selbst ins Visier der Rechten, wird überwacht und bedroht.

Zeitgleich verschwindet die bildhübsche, farbige Kellnerin des Templiner Kaffeehauses, die Zink und Iserlohe bedient hatte. Fiel sie ebenfalls rechten Rassisten in die Hände – oder gibt es einen anderen Grund für ihr Abtauchen?

Während sich die regionale Polizei bei der Suche zurückhält, beginnt das Bundeskriminalamt zu ermitteln. Doch auch Zink und sein junger Kollege Alexander Möller bleiben nicht untätig und machen sich auf die Suche nach der vermissten Frau. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Der Autor stellt den ehemaligen Bonner Journalisten Kurt Zink in den Mittelpunkt seines düsteren, aber hochaktuellen Romans. Zink kennt die deutsche Politszene und beobachtet argwöhnisch die immer stärker werdende rechtsextreme „Allianz für Deutschland“.

Palmer zeigt die typischen Muster rechter Radikalisierung, die nicht einmal vor der eigenen Familie Halt machen und tiefe ideologische Gräben reißen.

Sehr geschickt mischt er reale Namen und Fakten mit einer fiktiven Handlung, wodurch eine erschreckend realistische und authentische Geschichte entsteht. Dabei lässt er den Leser in Abgründe von Korruption, Amtsmissbrauch und rechtem Gedankengut blicken.

Die Einleitung führt gut in die Handlung ein, die sich in einem spannenden und nachvollziehbaren Hauptteil entfaltet. Das Ende bleibt bewusst offen – es regt zum Nachdenken an und motiviert zum Widerstand gegen rechte Ideologien.

Ein absolut empfehlenswertes Buch, das aufrüttelt und sich kaum mehr zur Seite legen lässt.


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