Neulich im Wartezimmer seines Internisten hat der Spaziergänger mal wieder ein Beispiel für moderne Selbstüberschätzung mitgehört. Ein Mann erklärte nach seiner Blutabnahme für alle gut vernehmbar, er habe seit Jahren keinen Hausarzt mehr. Den brauche er nicht. Wenn ihm etwas fehle, gehe er gleich zum Spezialisten oder direkt in die Spitalsambulanz. Dort werde „alles auf einmal gemacht“, sagte er stolz, und die Befunde nehme er selber mit und sammle sie.
So sieht also die neue medizinische Eigenregie aus: kein Hausarzt, kein Überblick, aber dafür sofort Vollbetrieb im System. Dass Facharztordinationen überlaufen und Spitalsambulanzen aus allen Nähten platzen, ist dann natürlich ein erklärbares Rätsel. Es ist ja auch nicht so, dass ein Gesundheitssystem auf Dauer billiger wird, wenn jeder die teuerste Eingangstür benutzt.
Der Spaziergänger wundert sich darüber längst nicht mehr. Eher darüber, mit welchem Stolz manche noch verkünden, dass sie genau zu jenem Problem beitragen, über das später am lautesten geschimpft wird.

Sie schätzen unsere Cartoons oder den Spaziergänger? Das freut uns sehr!
Freunde helfen der Dorfzeitung durch ein Abo (=Mitgliedschaft). Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig zu bleiben.
Es gibt zwei einfache Wege, zum Freund der Dorfzeitung zu werden.
Überweisung der Abogebühr (ohne Kreditkartenabo)
Sie werden für ein Jahr ein außerordentliches Vereinsmitglied (ohne Rechte und Pflichten) des Herausgebervereins (Kulturverein Dorfzeitung KULTUR online) zum Jahrespreis von 54 €. Es ist dazu ihre Post- und E-Mailadresse notwendig, damit wir die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag schicken können. Nach Eingang der Zahlung bekommen Sie einen Steady-Gastzugang für 1 Jahr. Verlängerungen sind möglich. Kontaktformular >
Direktabo mit Kreditkartenzahlung
Ein weiterer Weg ist ein Direktabo via Steady, wie es im Folgenden beschrieben und angeboten wird.
INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Kommentar hinterlassen zu "Hausarzt? Wozu denn!"