Der österreichische Fotokünstler Heinz Cibulka ist am 14. August 2026 im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Ladendorf verstorben. Wegen einer Erkrankung hatte er sich in den vergangenen Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Cibulka wurde 1943 in Wien geboren und an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt zum Grafiker ausgebildet. Während seiner Ausbildung kam er mit dem Wiener Aktionismus in Kontakt und stellte sich für zahlreiche Aktionen als Modell zur Verfügung. Die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper, sozialen Beziehungen und der menschlichen Natur prägte sein späteres künstlerisches Schaffen.
In den 1970er-Jahren entwickelte Cibulka eine eigenständige fotografische Bildsprache. An die Stelle des klassischen Einzelbildes setzte er die Kombination mehrerer Fotografien zu einer Gesamtkomposition. Diese Arbeiten, die er „Bildgedichte“ nannte, bestehen meist aus vier Einzelbildern. Mit seiner „Absage an das Einzelbild“ stellte Cibulka die bis dahin gängigen Vorstellungen von Fotografie infrage. Eine Ausstellung im Museum Folkwang in Essen trug 1980 denselben Titel.
Neben der Fotografie arbeitete Cibulka auch in den Bereichen Performance, Materialbild und Literatur. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Rupertinum Fotopreis in Salzburg, den Niederösterreichischen Landespreis für Fotografie, den Österreichischen Würdigungspreis für Fotografie und den „Serbetia ter“-Preis in Neapel.
Sein seit 1972 entstandenes Werk wurde in zahlreichen Publikationen und Ausstellungen dokumentiert. Heinz Cibulka gilt als einer der wichtigen österreichischen Fotokünstler seiner Generation. Mit seinem Tod verliert die österreichische Kunstszene einen eigenständigen und vielfach ausgezeichneten Vertreter, dessen „Bildgedichte“ die Fotografie nachhaltig geprägt haben.
Siehe auch:
Heinz Cibulka im Fotohof >

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