Passend zum Motto der Spielsaison „Mensch vs. Maschine“ im Salzburger Landestheater hat Susanne Frieling nach dem Roman des Schweizer Schriftstellers Max Frisch eine Bühnenfassung erstellt. Aus dem „Bericht“ wurde ein vielschichtiges Gespräch, denn der analytische Mathematiker Ing. Walter Faber ist im Alter an Demenz erkrankt. Er ist verwirrt und auf Hilfe angewiesen. Die Premiere fand am 4. Oktober 2025 statt. Eine Aufführung, die ältere Besucher nachdenklich macht und Schülerinnen und Schülern viel Stoff für Interpretationen liefert.

Sehr zu empfehlen und äußerst hilfreich für ein besseres Verständnis war die Einführung von der Dramaturgin Christina Piegger. Der erfolgreiche Ingenieur Walter Faber hat sein Leben lang auf technische Rationalität und Kontrolle gesetzt. Nun sitzt er verloren auf seinem Krankenhausbett und hört immer noch das Vibrieren von Motoren, das ihn an eine Notlandung in der Wüste in Guatemala erinnert. Von diesem Flugzeugabsturz erzählt er seinem Pfleger oft und gerne. Der kennt die Geschichte schon auswendig und weiß auch, wie sie weitergeht. Faber will seinen Jugendfreund Joachim besuchen. Er kommt aber zu spät, denn der hat sich gerade das Leben genommen.
Hanna, seine erste große Liebe, kommt ihn oft besuchen, auch wenn er sie nicht immer wiedererkennt. Sie erzählt uns die Geschichte aus ihrer Perspektive. Wer hatte eigentlich Schuld an der Trennung? Die Hochzeit war doch schon geplant. „Kein großes Ding! Reine Formsache!“ meinte Faber. Diese Emotionslosigkeit gab ihr den Rest und sie wandte sich Joachim zu. Dann verloren sie sich aus den Augen. Auf einer Schiffsreise lernt Faber Sabeth kennen. Er verliebt sich trotz des großen Altersunterschiedes in die quirlige junge Dame. Ihre gemeinsame Reise durch Europa endet mit einem tragischen Unglück an einem Strand in Griechenland. Dies führt zu einem unerwarteten Wiedersehen mit Hanna und der Erkenntnis, dass Sabeth seine eigene Tochter war.
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