„Platform Wars“ bei Camera Austria in Graz
Camera Austria, beheimatet im Grazer Kunsthaus, zeigt mit der von Mona Schubert kuratierten Ausstellung „Platform Wars“ eine hochaktuelle Bestandsaufnahme der digitalen Gegenwart.

Von Karl Traintinger
Im Mittelpunkt stehen jene Plattformen, die unseren Alltag prägen: Instagram, TikTok, Facebook oder X. Die Schau macht deutlich, dass diese Netzwerke längst nicht mehr bloß Orte des Austauschs sind, sondern politische, wirtschaftliche und kulturelle Machtzentren.
Die Ausstellung versammelt Arbeiten von S()fia Braga, Joshua Citarella, Ganslmeier & Zibelnik, Zarina Nares und Frida Orupabo. Sie untersuchen, wie digitale Plattformen die Aufmerksamkeit steuern, Identitäten formen und gesellschaftliche Stimmungen verstärken. Dabei geht es um Selbstvermarktung, ideologische Zuschreibungen, Geschlechterbilder, Radikalisierung und strukturelle Ungleichheit.






„Platform Wars“ bleibt nicht in kulturkritischer Routine stecken bleibt. Die Ausstellung beleuchtet ihre Themen differenziert und anschaulich. S()fia Braga zeigt digitale Arbeit als Ritual der Selbstoptimierung, Joshua Citarella kartiert die oft skurrilen politischen Selbstverortungen junger Online-Milieus. Ganslmeier & Zibelnik widmen sich den Bildwelten der toxischen Männlichkeit und digitaler Radikalisierung. Zarina Nares legt die Mechanismen weiblicher Selbstinszenierung offen, während Frida Orupabo Instagram als künstlerisches Mittel gegen rassistische und sexistische Bildtraditionen nutzt.
So entsteht eine Ausstellung, die nicht belehrt, sondern schärft: den Blick, das Bewusstsein und die Sensibilität für jene Mechanismen, die sich hinter dem täglichen Scrollen verbergen. „Platform Wars“ ist präzise, zeitnah und sehenswert.
Zu sehen bei Camera Austria in Graz bis 25. Mai 2026.

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