„In Marmor“ – Flucht aus dem Ehealltag

Zum Saisonabschluss feierte am 15. Mai 2012 mit „In Marmor“ ein schwarzhumoriges Drama der irischen Autorin Marina Carr als österreichische Erstaufführung im Schauspielhaus Salzburg Premiere. Regisseur Robert Pienz sollte mit seiner Ankündigung: „Es könnte Ihnen passieren, dass Sie sich amüsieren“ Recht behalten.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Die Arbeitskollegen Art und Ben, seit 30 Jahren befreundet, sind beide relativ glücklich verheiratet, die Kinder sind gesund und aus dem Gröbsten raus, alles ist „im grünen Bereich“. Als eines Tages Art von einem Traum voll wilder Leidenschaft in einem weiß glänzenden Marmorzimmer erzählt, ist Ben etwas pikiert, handelt es sich doch bei der wunderschönen Frau mit dem „Haar wie flüssiges Gold“ um seine Ehegattin Catherine.

Er findet das ziemlich geschmacklos, doch wirklich schockiert ist er, als Catherine ihm völlig begeistert von einem ebensolchen Traum mit Art erzählt. Dieses Prickeln hat sie schon lange vermisst, diese Ablenkung vom ewigen Alltag lässt sie die Angst vorm Altern vergessen. Der Traum kehrt immer wieder, er ist für sie wie ein rettender Strohhalm und wirkt wie eine Droge.

Der Ehealltag

„In Marmor“ - Flucht aus dem Ehealltag

Ihr Gatte, eine „ganzheitliche Anständigkeit“, versteht die Welt nicht mehr, für ihn sind diese Träume Hirngespinste ohne Logik und der Marmor erinnert ihn an Grabplatten.

Arts Gattin reagiert völlig anders auf die erotischen Träume ihres Mannes. Eine Flucht aus dem Alltag kommt für sie nicht in Frage, sie hält den Haushalt in Sc…

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