In Schräglage

Wohnhaus der Familie Feichtner, Hildmannplatz 4

Sagenhafte 61,9 Zentimeter ist das1924 errichtete Wohnhaus der Familie Feichtner aus dem Lot. Jedes Jahr fällt die Neigung des Hauses in unmittelbarer Nähe des Neutors um durchschnittlich 2-3 Millimeter mehr aus. Schuld daran ist der instabile Salzburger Seeton, auf dem das in den Fünfzigerjahren um ein Obergeschoss erweiterte Haus, überwiegend errichtet wurde.

Christoph Koca

Von Christoph Koca, Kunstspaziergang.com

Der andere Teil des Gebäudes steht auf dem tragenden Konglomeratgestein des Mönchsbergs. Achtet man auf das weiße Gesimse an der Fassade des gelb gestrichenen Hauses, ist die Schieflage gut zu erkennen. Besonders schlimm wirkte sich der Bau der Mönchsberggarage in den Siebzigerjahren aus, damals neigte sich das Haus gleich um mehrere Zentimeter.

Vor etwa 22.000 Jahren änderte sich das Klima in Salzburg radikal, auf die totale Vereisung folgte aus geologischer Sicht in einer kurzen Zeitspanne, eine Warmzeit. Die Gletscher schmolzen rasch ab bzw. zogen sich zurück, übrig blieb eine 300 Meter dicke Schlammschicht – der Salzburger Seeton – der sich im Salzburger Becken und speziell entlang der Stadtberge absetzte. Nur die obersten 5-10 Meter dieser Schicht sind tragend, vor allem in der Riedenburg gibt es daher viele schiefe Häuser.

Aber auch andernorts hat man in der Stadt Salzburg mit der Bodenbeschaffenheit zu kämpfen. Der Legende nach würden in der Sigmund Haffner Gasse, wenn man ein Gebäude aus der Häuserzeile entfernt, die anderen Gebäude nachrutschen. Die Familie Feichtner hat sich mit der Schräglage ihres Hauses und den damit einhergehenden Besonderheiten arrangiert. So werden Bilder nicht aufgehängt, sondern an die Wand geklebt oder genagelt. Die Türrahmen und Türen sind Maßanfertigungen und die Böden teils begradigt.

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