Irene Dorfner: Adelas Erbe

Irene Dorfer

Irene Dorfner | Foto: Privat

Irene Dorfner: Adelas Erbe

Autorin: Irene Dorfner
Titel:
Adelas Erbe: Krimi / Fall 53
Genre: Bellestristik, regionaler Kriminalroman
ISBN: 978-3-98738-226-0
Verlag: Verlagshaus Wanninger
Erschienen: 24.06.2026

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Klappentext:

Zum Ende des Jugoslawienkrieges 1995 verliert die kleine Adela unter tragischen Umständen ihre ganze Familie. Sie wächst bei ihrer Tante Selma in Österreich auf. Bevor Selma stirbt, übergibt sie Adela die Urkunde des Familienbesitzes in Bosnien. Als Adela vor ihrem Zuhause steht, ist von dem Bauernhaus nichts mehr zu sehen. Stattdessen steht dort der Rohbau eines riesigen Gebäudes.

Da ihr die bosnischen Behörden nicht helfen, sucht Adela nach dem Mann, dessen Name auf der Werbetafel steht: Ludwig Mayr. Der Architekt lebt und arbeitet im oberbayerischen Altötting. Adela findet den Mann und folgt ihm. Am Chiemsee wird Mayr ermordet. Adela gibt die Suche nicht auf und gerät dadurch in einen Strudel aus Hass, Gewalt und dubiosen Geschäften, der sie nicht nur an ihre Grenzen, sondern auch in Lebensgefahr bringt…

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Nachdem die junge Adela feststellen muss, dass ihr Elternhaus in Bosnien abgerissen wurde und dort stattdessen ein monströser Rohbau steht, sucht sie verzweifelt nach einer Spur, die ihr zu ihrem Recht verhilft. Ihre Recherche führt sie schließlich nach Oberbayern. Ahnungslos durchsucht sie dort das Anwesen jenes Mannes, der ihr den Besitz streitig macht. Was die junge Frau jedoch nicht ahnt: Sie befindet sich im Haus eines Mordopfers – und ist keineswegs die Einzige, die hier nach brisanten Unterlagen stöbert. Mit einem überraschenden Fund glaubt Adela, ihre finanzielle Durststrecke endlich beenden zu können. Wie sehr sie sich dabei irrt, wird ihr erst später klar: Sie stolpert mitten in einen undurchsichtig verwebten Mordfall und macht Bekanntschaft mit den Mordermittler*innen aus Rosenheim und Altötting.

Neben zahlreichen weiteren Akteuren baut die Autorin Irene Dorfner die Handlung ihres Kriminalromans rund um die vom Schicksal schwer geprüfte Protagonistin auf. Die gutherzige, aber naive Bosnierin hat nur ein einziges Ziel: Sie will ihr Recht zurückerhalten und den Ort ihrer Familie verteidigen, die am Ende des Jugoslawienkrieges auf tragische Weise ihr Leben verlor. In ihrer Verzweiflung verlässt sie den legalen Weg und durchkreuzt prompt die Machenschaften einer hochkriminellen Gruppierung, die auch vor Mord nicht zurückschreckt. Völlig arglos bringt sie sich damit in große Gefahr.

Das Cover mit dem markanten Gesicht einer jungen Frau weckt sofort die Neugier der Leserschaft. Die Einleitung ebnet gekonnt den Weg zu einem spannenden und authentischen Hauptteil. Mittlerweile handelt es sich um den 53. Fall für den Altöttinger Ermittler Leo Schwartz. Auch wenn Leo Schwartz bereits in seinem 53. Fall ermittelt, ist das Buch in sich abgeschlossen und kann problemlos ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gelesen werden. Wie gewohnt setzt sich Irene Dorfner fundiert mit realen Themen auseinander, die sie geschickt mit fiktiven Elementen verwebt. Ihre Charaktere arbeitet sie feinsinnig heraus und lässt das Publikum intensiv an den alltäglichen Querelen des menschlichen Zusammenlebens teilhaben. Die verschiedenen Erzählstränge verlaufen parallel und enden meist mit unheilvollen, vorausschauenden Andeutungen, die die Spannung bis zum nächsten Kapitel extrem hochhalten. Mit kleinen, nicht ganz legalen Kniffen verhilft Leo Schwartz der Gerechtigkeit schließlich zum Sieg – und sorgt für ordentlich dunkle Flecken auf den weißen Westen der Antagonisten. Selbst für eine feine Dosis Romantik bleibt in diesem vielschichtigen Cosy Crime noch Platz.

Ein rundum gelungener und flüssig zu lesender Regionalkrimi aus dem benachbarten Oberbayern. Ein echter Genuss für alle Fans ländlicher Kriminalliteratur mit einem Schuss schwarzem, bissigem Humor!


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