
Autorin: Iréne Mürner
Titel: Eigerduell
Genre: Belletristik/ Krimis, Thriller, Spionage
ISBN: 978-7349-3624-1
Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH
Erschienen: 11.02.2026
Klappentext:
Arielle von Känel, die beste Speed-Bergsteigerin der Schweiz, will den Rekord an der Eigernordwand ihrer Rivalin Victoria Adler brechen. Doch bevor es zum Duell kommt, wird Arielle tot am Niesen gefunden. Für Ermittlerin Megan und Tante Ida öffnet sich ein Abgrund aus Neid, verletztem Stolz und tödlichem Ehrgeiz.
Schnell stoßen sie auf eine ganze Seilschaft an Verdächtigen – allen voran Victoria Adler. Doch als der Berg eine weitere Leiche fordert, wird klar: Im Schatten der eisigen Schweizer Gipfel ist Ruhm eine Frage von Leben und Tod …

Rezension von Anna Lemberger
Wutentbrannt blickt der Tierarzt Beat auf den Bildschirm, als die bekannte Bergsteigerin Arielle von Känel dort ihren neu geplanten Speedrekord ankündigt. Und der Tierarzt ist nicht der Einzige, der mit der Speedkletterin noch eine Rechnung offen hat. Denn Arielles überhebliche Selbstinszenierung stößt auch anderen Fernsehzuschauern sauer auf … Aber ob das für einen Mord ausreicht?
Auf jeden Fall wird Arielle einige Tage später tot am Fuße ihres Trainingsbergs aufgefunden. Was sich anfangs als Unfall darstellt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Mord. Doch Arielle soll nicht die Einzige bleiben, die von der Treppe des Niesen zu Tode stürzt. Eine Herausforderung für die Mordermittlerin Megan Jäger, die mit ihren afrikanischen Wurzeln bei manchen für Erstaunen sorgt.
Die Autorin hat mit diesem feinsinnigen Kriminalroman ein starkes Abbild ihrer Schweizer Heimat geschaffen. In zwei Erzählsträngen richtet sie den Blick zum einen auf die Welt des Speedkletterns, auf deren harte Wirklichkeit und die brutale Rivalität ihrer Protagonist*innen; zum anderen nimmt Mürner ihre Leserschaft auch mit in das turbulente, aber charmante Privatleben der halbkenianischen Mordermittlerin Megan Jäger.
Ein grandios gestaltetes Cover lädt besonders bergaffine Leser*innen zur Lektüre ein. Das erste Kapitel ebnet gekonnt den Weg in den nachfolgenden Hauptteil. Der Roman, in dem die Krimihandlung als roter Faden durch das Buch führt, zeichnet sich durch eine gelungene Herausarbeitung der Charaktere aus. Mürner führt ihre Lesenden dabei mit fundiertem Wissen in die Welt des Bergsteigens und Kletterns ein, in der ein Rekord den nächsten jagt.
Die Autorin thematisiert aber auch, welche verheerenden Folgen Fanatismus und Neid bei dieser Rekordjagd haben können. Denn während sich für die einen nach einer misslungenen Besteigung die Welt weiterdreht und neue Herausforderungen Rückschläge wettmachen, bleiben bei den anderen die Folgen weit über die Person hinaus ein Leben lang spürbar. Auch wenn die Tatsachen nicht ungeschehen gemacht werden können, lässt Mürner ihren Roman versöhnlich enden.
Es ist ein einfühlsamer und tiefgründiger Kriminalroman aus der Schweiz, der viel von der Mentalität und dem Flair der Eidgenossen einfängt. Flüssig geschrieben und gut nachvollziehbar, wird er zu einem spannenden und authentischen Lesegenuss.

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