
Autorin: Irene Schrattenecker
Titel: Das Leben der Wörter
Genre: Erzählungen, Belletristik/Erzählende Literatur
ISBN: 9783903539563
Verlag: Edition Laurin
Erschienen: 29. 8. 2025
Klappentext:
Ein Buch wie eine persönliche Begegnung. Irene Schrattenecker erzählt in ihrem Debüt von der Faszination des Schreibens und gibt einen tiefen Einblick in ihr Leben, von ihrer Kindheit bis zu ihren Spaziergängen durch Salzburg oder Triest, zeichnet Denkbilder und Begegnungen im Alltag auf. Durch das poetische Herangehen an die Dinge entstehen Miniaturen, die sich durch eine besondere Musikalität der Sprache auszeichnen. Ein berührendes und lebenskluges Buch mit Geschichten in uns – für alle, die Literatur und das Leben lieben.

Von Peter Reutterer
Autor, Musiker und Kulturvermittler
Henndorf, Flachgau, Salzburg
Nicht zuletzt in Salzburg gibt es literarische Kleinodien zu entdecken, die oft abseits des Scheinwerferlichts zum Erblühen kommen. Das war bei Helena Adler so, die bei arovell ihr Debut vorlegte (bevor sie bei Jung und Jung über die Landesgrenzen hinaus Erfolge feierte) oder auch bei Peter Simon Altmann, der z.B. mit „Der Zurückgekehrte“ ein sehr interessantes und wahrhaftiges Buch bei laurin der Leserschaft darbrachte.
Nun finde ich eben bei laurin, dem Innsbrucker Universitätsverlag, „Das Leben der Wörter“, Erzählungen von Irene Schrattenecker, in ihrer Wahrhaftigkeit, aber auch in ihrer poetischen Klarheit zauberhaft. Es handelt sich um Prosaminiaturen, die Träumerisches mit Kulturgeschichtlichem, oft anekdotisch verknappt, verflechten.
Am Anfang steht das titelgebende Sujet, die Vorliebe, in die vielfältigen Geheimnisse von Wörtern einzudringen. Man spürt, welch ein grandioses Vergnügen es für die Erzählerin sein muss, an einem müßiggängerischen Sonntag „Wörterbuchreisen“ zu machen. Sie gesteht, Wörterbücher, besonders alte, aber auch das „Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache“ als Lieblingslektüre zu haben. Dort vermag man der Etymologie von Wörtern, der Häufigkeit ihrer Verwendung und vielschichtigen Bedeutungsnuancen nachzuspüren. Man ist erstaunt, welchen Ertrag solche Reisen in das Leben der Wörter erbringen können. In „Klischee und Vorurteil“ beispielsweise eine Übersicht über verschiedene Orangetöne, von Apricot über Zinnober, Koralle bis zu Safran.
Natürlich ist das erzählende Ich eine leidenschaftliche Leserin, diese Gegebenheit wird in „Lesen“ näher, nicht zuletzt biographisch ausgeleuchtet. Die frühe Lesefreude bzw. -sucht wurde in der Herkunftsfamilie gefeiert. Die Erzählerin habe als Dreijährige im Frisiersalon der Mutter ihre Lesekünste vorführen dürfen.
In anderen Prosastücken eröffnet sich – sorgfältig recherchiert – Kulturgeschichtliches aus den Lebenskreisen der Erzählerin, z.B. die Historie zweier Statuen der Kaiserin Elisabeth, sowohl der Salzburger als auch der Triestiner. Irene Schrattenecker lebt in Salzburg und Triest, kennt die Eigentümlichkeit und das Flair der Orte. Wir begegnen einem Ich, das Kulturellem aus einer individuellen Emotion heraus nachzuspüren vermag, und das in einer Zeit digitaler Rationalisierung. Von dieser wahrhaftigen Begeisterung ist man sogleich vereinnahmt. Das gilt besonders für die Impressionen aus Triest (samt den zugehörigen recht informativen Tipps). Gerne lässt man sich mit der Erzählerin an einem frühen „Sommermorgen in Triest nieder. Im Yachthafen schaukeln die -Boote, das Licht zaubert ein Glitzern ins Wasser…“ (aus „Il Pedocin oder Kurioses aus Triest“).
Nicht weniger klug wie auf das Wesentlich fokussiert sind andere Miniaturen wie „Gedanken zum Einschlafen“ oder „Gedanken über die Liebe“ oder die Kurzporträts ihrer Großmutter und Schwester. Prägnanz ist meiner Meinung eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale von Literarischem, und das findet sich in diesen Prosastücken (Erzählungen, Essays, Miniaturen…) in schönster Weise. Resümee: Lebendiges wie berührendes Erzählen, unterhaltsam informativ, in jedem Fall bereichernde, fein gearbeitete Prosa.

Sie schätzen die Buchkritiken in der Dorfzeitung?
Freunde helfen der Dorfzeitung durch ein Abo (=Mitgliedschaft)! Wir sind sehr stolz auf die Community, die uns unterstützt! Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig zu bleiben.
Es gibt zwei einfache Wege, zum Freund der Dorfzeitung zu werden.
Überweisung der Abogebühr (ohne Kreditkartenabo)
Sie werden für ein Jahr ein außerordentliches Vereinsmitglied (ohne Rechte und Pflichten) des Herausgebervereins (Kulturverein Dorfzeitung KULTUR online) zum Jahrespreis von 54 €. Es ist dazu ihre Post- und E-Mailadresse notwendig, damit wir die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag schicken können. Nach Eingang der Zahlung bekommen Sie einen Steady-Gastzugang für 1 Jahr. Verlängerungen sind möglich. Kontaktformular >
Direktabo mit Kreditkartenzahlung
Ein weiterer Weg ist ein Direktabo via Steady, wie es im Folgenden beschrieben und angeboten wird.
INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE
Views: 116

Kommentar hinterlassen zu "Irene Schrattenecker: Das Leben der Wörter"