„JedeFrau“ – Jedermann aus der weiblichen Perspektive

„JedeFrau“ – Jedermann aus der weiblichen Perspektive

Die Schauspielerin Tanja Kuntze stellt an diesem Abend im Kleinen Theater ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Sie ist Autorin und Produzentin und tritt als Göttin auf, die Jedermann nicht nur mit seinen eigenen Verfehlungen konfrontiert. Der in Lagos geborene Schauspieler und Autor Nicholas Monu hat das Stück temporeich, mit viel Musik und grandiosen Videos in Szene gesetzt. Trotz all der unbequemen Vorwürfe zeigte sich auch das männliche Publikum begeistert und bedankte sich bei der Vorstellung am 25. September 2026 mit kräftigem Applaus und Standing Ovations.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Jedermann kommt im Himmel an. „Heiliger Geist, das ging ja schnell! Ihr Damen und Herren sagt mir flott, wo find ich meinen Herrn und Gott?“ Er steht hier allerdings einer Göttin gegenüber. Damit hat er wohl nicht gerechnet. Nach den ersten Vorhaltungen, seinen lockeren Umgang mit Frauen betreffend, hat er diese doch stets nur als schmückendes Beiwerk behandelt, entschuldigt er sich trocken: „Ich tat, was jeder tat!“

„JedeFrau“ – Jedermann aus der weiblichen Perspektive

Ja, die Zeiten haben sich geändert. So muss sich Jedermann, stellvertretend für sein Geschlecht, all die Ungerechtigkeiten anhören, die auch heute noch existieren. Egotrips und Machtfantasien treffen auf Frauen, die oft nur auf ihren Nutzen und ihre Funktion reduziert werden. Da versucht sich Jedermann mit Herbert Grönemeyers Song „Männer“ zu wehren. Auch die Göttin hat es musikalisch drauf und fordert mit Aretha Franklins Song mehr „Respect“ ein.

Als absolut sehenswert und informativ erweisen sich die Videos von Ekaterina Smirnova. Ein Ausflug ins Paradies macht aus der mächtigen Göttin plötzlich ein aufbegehrendes „Rippchen“. Eine Mutter b…

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