Jenseits des Lärms

Jenseits des Lärms
Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Ihre neue Ausstellung in Salzburg knüpft zugleich an eine persönliche Verbindung an: Seit ihrer Teilnahme an der Salzburger Sommerakademie 1999 kehrt Rosselli regelmäßig in die Pinzgau-Region zurück, die sie als Kraftquelle und Inspirationsort bezeichnet.

Rossellis Malerei bewegt sich zwischen Figuration und Abstraktion. Figuren, Zeichen, Landschaften und Farbfelder überlagern sich, lösen sich auf und eröffnen unterschiedliche Lesarten. Der Ausstellungstitel verweist auf politische, gesellschaftliche und persönliche Spannungen – und auf die Suche nach einem Raum jenseits des äußeren und inneren Lärms.

Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Themen wie Kolonialgeschichte, Migration, Identität und Zugehörigkeit. Auch soziale Ungerechtigkeit sowie Gewalt gegen Frauen und Kinder werden in ihren Bildern sichtbar. Rosselli thematisiert die politische Unsicherheit in Zimbabwe und die bis heute wirksamen kolonialen Trennungen.

Kunsthistorisch ist Rossellis Werk in eine selbstbewusste zeitgenössische afrikanische Malerei einzuordnen, die sich von vereinfachenden und folkloristischen Zuschreibungen abgrenzt. Ihre Bilder verbinden persönliche Erfahrung mit lokaler Geschichte und globalen Fragen. Acryl, Collage, Wachs, Erde und weitere Materialien verleihen den Arbeiten eine vielschichtige, körperliche Oberfläche. Aufgetragene und wieder entfernte Schichten lassen die Bilder wie visuelle Erinnerungsräume erscheinen.

Die Vernissage wurde musikalisch von Marina Razumovskaja am Klavier begleitet. Ihre Improvisationen zu den ausgestellten Bildern treten in einen unmittelbaren Dialog mit Rossellis Arbeiten. So verbindet der Abend Farbe, Form und Klang.

Mit „Beyond the Noise“ lädt die Gallery Toplev dazu ein, Rossellis vielschichtige Bildsprache kennenzulernen. Ihre Werke erzählen von Erinnerung und Verletzlichkeit, aber auch von Widerstandskraft und der Suche nach einer eigenen Stimme.

Gillian Rosselli, geboren 1962 in Zimbabwe, studierte von 1981 bis 1984 Fine Art an der University of Cape Town. Sie arbeitet mit Acryl, Collage, Wachs, Erde und weiteren Materialien. Ihre Themen sind unter anderem Kolonialgeschichte, Migration, Identität, soziale Ungerechtigkeit sowie Gewalt gegen Frauen und Kinder.

1995 erhielt Rosselli den ersten Preis für Malerei in Zimbabwe. 2018 war sie in der Ausstellung „Five Bhobh – Painting at the End of an Era“ im Zeitz MOCAA vertreten; 2024 repräsentierte sie Zimbabwe bei der Biennale di Venezia. Rosselli lebt und arbeitet in Wien. Salzburg und die Pinzgau-Region sind seit ihrer Teilnahme an der Salzburger Sommerakademie 1999 wichtige Orte ihrer künstlerischen Inspiration.

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