Der Wettergott meinte es letzten Samstag gut mit dem GartenLaubenFest im Odeïon und so konnte die Premiere des heurigen Sommertheaters als Freiluftveranstaltung über die Bühne gehen. Das 1722 entstandene Stück des „dänischen Molière“ gilt als erste gesellschaftskritische Komödie der europäischen Theatergeschichte.

Von Elisabeth Pichler
Der Bauer Jeppe ist Stammgast in einer Kneipe, denn zu Hause setzt ihm seine resolute Frau Nille nicht nur Hörner auf, sie prügelt auch ständig mit der Hundepeitsche auf ihn ein. „Ich bin ein Mann von scharfem Verstand, ergo muss ich trinken.“ Auf dem Weg zum Markt, um grüne Seife zu besorgen, kann er der Versuchung nicht widerstehen, das Geld in Branntwein anzulegen.
Völlig betrunken schläft er im Straßengraben seinen Rausch aus, als die feine Jagdgesellschaft des Barons auf ihn aufmerksam wird. Diese beschließt, sich mit dem armen Bauern einen Scherz zu erlauben. So erwacht Jeppe, in feinste Kleidung gehüllt, schließlich im Schloss, im Bett des Barons. Kein Wunder, dass er denkt, er sei im Paradies. Nur allzu schnell findet er Gefallen an seiner neuen Rolle, bald schon gibt er sich ebenso tyrannisch und hochmütig wie der echte Baron.


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