Ein stiller Star im Mirabellgarten
Wer durch den Mirabellgarten geht, richtet den Blick meist auf Festung, Barockfiguren und Fontänen. Ein paar Schritte abseits, im Garten der Orangerie, wartet jedoch eine leisere Begegnung. Dort steht Papagena, eine kleine Bronzefigur von Josef Magnus – zurückhaltend, freundlich und überraschend präsent.

Von Karl Traintinger
In einem flachen, runden Becken erhebt sich seit 1984 die junge Frau im Federkleid. Vier Vögel sitzen um sie herum, aus ihren Schnäbeln spritzt Wasser in feinen Bögen. Die Szene wirkt verspielt und leicht. Wer näherkommt, erkennt die Anspielung auf Mozarts Zauberflöte: Papagena, nicht als Operngeste, sondern als nahbare Figur.
Magnus, der nach Studien in Berlin und bei Jakob Adlhart nach Salzburg kam, prägte die Stadt über Jahrzehnte mit Brunnen, Reliefs und Plastiken im öffentlichen Raum. Seine Werke kennt man, seinen Namen oft weniger. Seine Formensprache ist eingängig, leicht abstrahiert und immer dem menschlichen Maß verpflichtet. Auch Papagena folgt diesem Prinzip: Sie lädt ein, statt zu imponieren.
Die Bronze wurde 1984 als Geschenk an die Stadt aufgestellt, finanziert von der damaligen Creditanstalt. Eine kleine Plakette nennt Titel, Material und Jahr. Doch die Arbeit erzählt mehr: Magnus war ein leidenschaftlicher Vogelliebhaber, und so verbindet sich hier Opernzitat mit persönlicher Handschrift.
Gerade weil Papagena nicht im Zentrum steht, entfaltet sie ihre Wirkung. In der ruhigen Ecke der Orangerie wird sie zur freundlichen Begleiterin und zum leisen Gegenpol zur barocken Pracht. Wer den Umweg wählt, entdeckt ein Stück Salzburger Kunstgeschichte – unaufdringlich, menschlich und überraschend nah.







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