Jugend braucht Platz – und zwar nicht nur im Sommer!

Jugend braucht Platz

Jugend braucht Platz | We Rise by Lifting Others - Marinella Senatore | Foto: Karl Traintinger

Salzburg bezeichnet sich gerne als lebenswerte Stadt. Doch für viele junge Menschen stellt sich die Frage: Lebenswert für wen?

So Wochenkommentar

Von Rose Huber

Wer sich mit Freundinnen treffen möchte, ohne ständig Geld auszugeben, merkt schnell, wie wenig Platz dafür vorhanden ist. Im Sommer bleiben die Salzach, Parks oder Badestellen. Im Winter wird es schwieriger. Dann bleiben oft nur Cafés, Bars oder das Kino. Begegnung wird zur Frage des Geldes.

Dabei fehlt es nicht an Menschen, die etwas auf die Beine stellen wollen. Gerade in den letzten Jahren sind neue Vereine und Projekte entstanden. Der JACCS, Animix oder das Mangacafé Rikoki organisieren Lesekreise, Workshops und Veranstaltungen ohne Konsumzwang. Fast alles passiert ehrenamtlich. Die Nachfrage ist da, die Besucherinnen kommen.

Das eigentliche Problem ist: Es fehlt an Raum. Viele dieser Projekte können nur bestehen, weil engagierte Menschen oder Einrichtungen Räume kostenlos oder stark vergünstigt zur Verfügung stellen. Fällt diese Unterstützung weg, verschwindet oft auch das Angebot. Kultur entsteht in Salzburg häufig nicht wegen der Rahmenbedingungen, sondern trotz ihnen.

Dasselbe zeigt sich bei etablierten Kulturorten. Das Shakespeare im Andräviertel ist seit fast vier Jahrzehnten ein Treffpunkt für Musiker, Künstler und Kulturschaffende. Doch die Zukunft ist ungewiss. In den letzten Jahren sind immer mehr Hotels in die Nachbarschaft gezogen. Veranstaltungen und Livemusik geraten dadurch zunehmend unter Druck.

Das MARK musste in der Vergangenheit auch immer wieder um seine Zukunft kämpfen. Das zeigt, dass in Salzburg freie Kultur und Jugendprojekte ihren Platz rechtfertigen müssen, während neue Hotels, Tourismusprojekte oder Luxusimmobilien selbstverständlich willkommen sind.

Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie sich treffen, ausprobieren und vernetzen können. Orte, an denen nicht Konsum oder Alkohol im Mittelpunkt stehen. Salzburg braucht deshalb mehr als schöne Worte über Jugendbeteiligung. Es braucht konsumfreie Räume. Die Menschen, die sie schaffen, müssen endlich unterstützt statt ausgebremst werden.

Denn eine Stadt ist nur dann wirklich lebenswert, wenn auch ihre Jugend Platz in ihr findet.

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