Karl Kraus, entsetzlich aktuell

Die letzten Tage der Menschheit

Salzburger Festspiele – Die letzten Tage der Menschheit - Pernerinsel 2025: Branko Samarovski (Vinzenz Chramosta, Patriot), Peter Fasching (Peter Sedlatschek, Feldwebel), Marie-Luise Stockinger (Alice Schalek, Kriegsberichterstatterin) © Tommy Hetzel / BURG

Das Entsetzen packt einen fortwährend, wenn „Die letzten Tage der Menschheit“ auf der Bühne der Perner Insel sich ereignet. Nicht zuletzt deshalb, weil die Demaskierung medialer Verlogenheit und politisch-militärischen Schwachsinns eins zu eins auf die aktuellen Krisen passen.

Von Peter Reutterer
Autor, Musiker und Kulturvermittler
Henndorf, Flachgau, Salzburg

„Was empfinden Sie“, wird das Publikum wieder und wieder gefragt. Ja, was empfinden wir, wenn der deutsche Kanzler, dessen Land einen Genozid verübenden Machthaber mit Waffen beliefert, ein paar Hilfsgüter abwerfen lässt. Ach ja, es gibt das Recht auf Verteidigung, einen sogenannten „heiligen Verteilungskrieg“, wie Karl Kraus die Kriegstreiber selbstverräterisch sagen lässt.

Und was empfinden wir, wenn das Geschäft mit den Mordwerkzeugen innerhalb Europas wieder erblüht im Rahmen „unvermeidlicher Aufrüstung“. Die Aktionäre, die in die Rüstungsindustrie investieren, empfinden jedenfalls Glück. Ganz im Gegensatz zu den hunderttausenden Toten im aktuellen europäischen Krieg. Ganz im Gegensatz zu den ukrainischen und russischen Frontsoldaten, die ebenfalls nichts empfinden außer Horror, denen aber damals wie heute die „Schaleks“ Idealismus zuzuschreiben versuchen.

Aber wähnen wir uns in Österreich nicht in Sicherheit! Das inflationäre Phrasengerassel von Politikern, Militärexperten und Generälen hat den Krieg auch hierzulande wieder salonfähig gemacht und „höhlt die Seelen“ aus. Ach ja: Das tägliche Grauen des Krieges und das massenhafte Gemetzel kann man ja vertuschen. Genauso wie damals im Ersten Weltkrieg, als die Zensur Karl Kraus kaltstellte.

Siehe auch:
Salzburger Festspiele 2025 – Die letzten Tage der Menschheit >

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