Der Kunstigel „White Noise“ in Oberndorf

White Noise

Für die nächsten Wochen ist der Stadtpark in der Salzachstadt in Oberndorf das kulturelle Epizentrum der Region, abseits von Trachtenmusik, traditioneller Volkskultur und der oft trennenden Salzach. 

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

In sechs Wochen gibt es 60 Veranstaltungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.  Es ist erfreulich, wenn in einer Zeit, in der es bei der öffentlichen Hand nur noch um´s Sparen geht, ein derartiger Kunstevent möglich gemacht wird.

Am Sonntag, dem 1. September 2013, war ich vormittags in Oberndorf unterwegs, um erste Eindrücke des Igels im Stadtpark fotografisch festzuhalten. Bei meiner Arbeit gab es einige interessante Diskussionen mit Passanten; die meisten fragten, was das werden soll und ob Oberndorf dieses Eisenteil wirklich angekauft habe. Es wäre doch viel gescheiter gewesen, hätte man in der Stadthalle eine vernünftige Gastronomie installiert. Ich nahm mir dann die Zeit und erklärte, dass dieser Kunstigel dem Land Salzburg gehört. Er wäre 2011 am Mozartplatz gestanden und um etwa 300.000 € von Land angekauft worden, mit der Idee, ihn bei Bedarf weiterzuvermieten. Im Prinzip eine gute Idee. In letzter Zeit ist es um den Kunstigel etwas ruhiger geworden, bevor er jetzt in Oberndorf aufgestellt wurde.

Das einzige Problem bei der Sache ist wahrscheinlich nicht, dass ihn niemand wollte, sondern vielmehr die Tatsache, dass allein der Transport und das Aufstellen nicht wirklich günstig sind.

Umso erfreulicher ist es, dass Oberndorf das „Einigeln“ ermöglicht hat. Es ist gut und notwendig, dass der Kunstigel Diskussionen zum Thema Kunst und Kultur vom Zaun bricht. Bemerkenswert ist, dass das „White Noise Spektakel“ in Oberndorf zeitlich kurz vor den kommenden Wahlen fällt. Da sind dann Fragen wie: „Wer soll das bezahlen?“, meist obsolet. Kostet doch der Igel bedeutend weniger als die Wahlpropaganda der einzelnen Parteien, oder der Aufklärungstruppe für den Salzburger Finanzskandal, oder der finanziellen Spritz…

4 Kommentare zu "Der Kunstigel „White Noise“ in Oberndorf"

  1. Nur damit ich es richtig verstehe, die Gesamtkosten belaufen sich auf 45.000 € und es werden 60 Veranstaltunen statfinden. Das heißt dann, jede einzelne Veranstaltung wird mit 750 € vom Land gefördert. Den Igel habe ich heute vormittag beim Einkaufen in Oberndorf gesehen, es schaut interessant aus, wie halt moderne Kunst ausschaut. Der Veranstaltungsmix gefällt mir, das darf man bei den auflaufenden Kosten auch erwarten. Eine gute Aktion, wenngleich die Nachhaltigkeit für Oberndorf bescheiden ist, wie ich meine. Hoffentlich hinterlassen die Veranstaltungen in der Region den bleibenden Eindruck, dass es ein reges und sehr buntes kulturelles Treiben gibt!

  2. Oberndorf ist und bleibt das Zentrum im nördlichen Flachgau, noch dazu, wo es künstlerisch bergauf auf geht, wie es ausschaut. Das aufstacheln, wie überall plakatiert wird, ist eine gute Sache und gefällt mir ausgesprochen gut. Das Programm kann sich sehen lassen, ich ziehe meinen Hut! Endlich gibt es einmal ein Ereignis, abseits der Stille-Nacht-Herrlichkeit.

  3. Cordula Auernigg | 2. September 2013 um 08:23 |

    Es freut mich, dass auch bayrische Künstler in Oberndorf dabei sein werden! Mir gefällt die Aktion des „einigeln“s sehr gut.

  4. Bernd Salomon Bernd Salomon | 1. September 2013 um 18:01 |

    Ja, Oberndorf ist mehr als Schifferstechen und Salzachweihnacht. Gratulation zu dieser Aktion!

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