
Autorin: Katharina Eigner
Titel: Madonna del Garda / Gardasee-Krimi
Genré: Belletristik, Kriminalroman und Mystery, Cosy-Mystery
ISBN: 978-3-8392-8023-2
Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH
Erschienen: 08.04.2026
Klappentext:
Riva steht Kopf: Ein illegaler Zuhälterring wird gesprengt, ein Barista erschossen und in der Sarca treibt eine Frauenleiche. Rosina Gamper würde gern ermitteln, hat aber selbst genug um die Ohren, denn ihr Geschäft läuft alles andere als rosig. Momentan muss sie eine Madonnenstatue restaurieren und pendelt dafür zwischen Riva und Malcesine. Und auch ihre Beziehung zu Ex-Kardinal Mario befindet sich an einem Wendepunkt: kalte Schulter statt Flammen der Leidenschaft. Als dann noch Madonna, eine alte Bekannte aus Rom, an Marios Tür klopft, platzt Rosina der Kragen.

Rezension von Anna Lemberger
Zu berichten. Die Freundschaft der beiden hat auch die Übersiedlung und den Neustart am Gardasee gut überstanden. Aber während Cara, die Ängstliche, sich an ihrer coolen Freundin Rosina ein Beispiel nimmt, wird wieder heftig gemordet am romantischen, aber nicht ganz sicheren Lago in Italien. Obwohl die beiden Freundinnen nahe an den Tatorten sind, fehlt ihnen dieses Mal die Zeit und auch die Kraft, um aktiv zu ermitteln – denn sie rudern beide selbst in einem Sumpf von Problemen. Wie es aussieht, sind dieses Mal die beiden Partner der Salzburger Freundinnen näher am Geschehen als Cara und Rosina. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter Caras Chef, Senior Venturi, und seiner Bar? Und welche Besonderheit verbirgt eine scheinbar wenig wertvolle Madonna?
Spannung, Eifersucht und eine starke Freundschaft
Geschickt lenkt die Autorin den Fokus von der eigentlichen Protagonistin ab und etabliert ihre Freundin Cara, die als Erzählerin aus der Ich-Perspektive berichtet. Ein Leichenfund bringt Cara in ein großes Schlamassel, aus dem ihre Freundin sie wieder einmal retten muss. Aber auch Rosina gerät in einen Strudel aus Eifersucht und Misstrauen, was ihrer sonstigen Coolness völlig entgegensteht. Obwohl sie mittlerweile ihr Männer-Beuteschema gewechselt hat, scheint auch die Beziehung zu ihrem Ex-Kardinal vor dem Aus zu stehen. Dafür schafft es Cara zum ersten Mal, eine stabile Beziehung zu führen. Es ist erstaunlich und schön zu sehen, wie harmonisch die enge Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen Frauen funktioniert.
Mediterranes Flair trifft auf schwarze Satire
Ein wunderschönes und beeindruckendes Cover lädt zum Lesen des Kriminalromans ein. Der Prolog, der einen Schlag gegen das organisierte Verbrechen beschreibt, ebnet den Weg in einen spannenden Hauptteil. Katharina Eigner nimmt ihre Leserschaft mit auf einen Ausflug mitten ins mediterrane Flair des Gardasees und weiht sie Schritt für Schritt in ein bitteres und hochkriminelles Geheimnis ein. Dabei erzählt sie witzig und mit viel schwarzer Satire über das organisierte Verbrechen, das auch vor dem Gardasee nicht Halt macht.
Aber auch das nicht weniger aufregende Privatleben der beiden Freundinnen kommt nicht zu kurz. Aufgrund mehrmaliger Richtungsänderungen bleibt die Spannung bis zur letzten Seite hoch – und das Highlight folgt kurz vor Schluss: Zuerst kommt es zu einem Happy End in Liebesdingen, aber vom Täter fehlt noch jede Spur. Erst auf der allerletzten Seite wendet sich das Blatt überraschend. Die Autorin präsentiert einen völlig unerwarteten Täter, der die gesamte Krimihandlung plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.
Ein packender Regiokrimi für Gardasee-Fans
Ein sehr gelungener und flüssig lesbarer Regionalkrimi vom Gardasee. Fundiert lässt Katharina Eigner wahre Ereignisse und fiktive Geschichten ineinanderfließen und zieht damit ihre Leserschaft von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann. Obwohl Rosina und Cara schon in ihrem dritten Fall „ermitteln“, ist dieser Band in sich abgeschlossen und kann hervorragend unabhängig von den Vorgängern gelesen werden.

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