Klaudia Blasl: Gärten, Gift und kalte Rache

Klaudia Blasl

Klaudia Blasl | Foto: Privat

Klaudia Blasl: Gärten, Gift und kalte Rache

Autorin: Klaudia Blasl
Titel: Gärten, Gift und kalte Rache
Genre: Belletristik, Kriminalroman
ISBN: 978-3-7408-2535-5
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 19.03.2026

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Klappentext:

Mit Spaten, Spürsinn und giftgrünem Daumen

In Oberdistelbrunn soll alles aufblühen: mehr Insekten, mehr Biodiversität, mehr sanfter Tourismus. Doch statt Bienensummen liegt plötzlich Angst in der Luft. Der Fund eines Hundeskeletts setzt eine mysteriöse Mordserie in Gang – ein Opfer nach dem anderen wird vergiftet. Schon bald schreien die Dorfbewohner nach Selbstjustiz, denn die Polizei tappt im Dunkeln. Und wieder einmal sind Berta und Pauline, die beiden Hobbygärtnerinnen mit Miss-Marple-Gen, gefragt, dem Täter auf die Spur zu kommen. Nur kommen sie ihm dabei gefährlich nahe …

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Mörderische Flora in Oberdistelbrunn

Eigentlich klingt das Unterfangen für den Biologen und Naturvermittler Patrick Pflaume idyllisch: Im Auftrag des neugewählten Ortshäuptlings soll er Oberdistelbrunn in eine blühende, summende und brummende Oase verwandeln. Doch sein Plan, invasive Neophyten gegen heimische Hölzer auszutauschen, stößt auf den erbitterten Widerstand der kampfbereiten Matrone Emma. In seiner Not sucht der Experte für Diversität Beistand bei Pauline – ihres Zeichens „Kräuterhexe“ und eine Art dörfliche Miss Marple. Doch das Umgraben der Oberdistelbrunner Erde wirbelt nicht nur den Alltag von Pauline und ihrer Freundin Berta gewaltig auf, sondern dezimiert auch die Einwohnerzahl des scheinbar so friedlichen Dorfes in beängstigendem Tempo. Schnell wird klar: Während die Polizei noch im Trüben fischt, können nur die beiden Hobbyermittlerinnen das mörderische Dickicht entwirren. Dabei wird für Pauline ihre Hilfsbereitschaft zur Falle…

Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Pauline besticht nicht nur durch ihre profunde Kenntnis botanischer Toxine; gemeinsam mit ihrer treuen Gefährtin Berta besitzt sie die ausgeprägte Gabe, Personen mit hoher krimineller Energie das Fürchten zu lehren. Während das Duo blitzschnell Fakten kombiniert, verstricken sich die offiziellen Mordermittler in dumpfem, herrischem Gebaren ohne zielführende Ergebnisse. Privat steht Pauline jedoch vor einer ganz anderen Herausforderung: Mit missionarischem Eifer versucht sie, ihren rekonvaleszenten Ehemann zu einer gesunden Lebensweise zu bekehren – ein pädagogisches Projekt, das allerdings von sehr mäßigem Erfolg gekrönt ist und für herrlich amüsante Reibungspunkte sorgt.

Bereits das äußerst ansprechende Cover weckt die Neugier und verspricht ein besonderes Lesevergnügen. Die humorvolle Einleitung zieht die Leserschaft sofort in ihren Bann und schlägt meisterhaft die Brücke zum turbulenten Hauptteil. Die Autorin Klaudia Blasl lässt in diesen Schmunzelkrimi immer wieder ihr fundiertes Expertenwissen über Pflanzen im Allgemeinen und Giftpflanzen im Besonderen einfließen. Sie führt uns genüsslich vor Augen, wie viele tödliche Tatwaffen in heimischen Gärten nur darauf warten, ihre Bestimmung zu finden.

Neben einer gewaltigen Portion tiefschwarzem Humor, witzig-sarkastischen Einwürfen über menschliche Schwächen und einer guten Prise Selbstironie, flicht die Autorin immer wieder berührende und nachdenkliche Momente ein. Besonders beeindruckend und mit einer Prise Rührung schildert Blasl die „Geschichte einer Ehe“, in der nach Jahren der Gleichgültigkeit plötzlich wieder dezente Schmetterlinge im Bauch zu tanzen beginnen. Durch geschickte Wendungen bleibt der Spannungsbogen dieser Krimisatire bis zum Finale straff gespannt, bis ein fulminanter Twist einen völlig unerwarteten Täter mitsamt überraschendem Motiv ans Licht bringt.

Fazit: Ein grandioser Cosy Crime, der dem Humor viel Raum lässt, aber auch Platz für Tiefgang und Emotionen schafft. Der dritte Band der „Pauline und Berta Garten- und Mordserie“ ist vortrefflich gelungen und nicht nur für Hobbygärtner und Krimifreunde ein glänzendes Lesevergnügen. Da die Kriminalfälle in sich abgeschlossen sind, lässt sich dieser Band auch hervorragend ohne Vorkenntnisse der Vorgänger genießen.


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