Krach im Hause Gottes – Zweitausend Jahre sind genug!

Krach im Hause Gottes – Zweitausend Jahre sind genug!

Felix Mitterer ist seit der kultigen „Piefke-Saga“ bekannt dafür, dass er gerne problematische und komplexe Themen aufgreift und als bissige Satiren präsentiert. Im Sommer 2024 inszenierte Helmut Vitzthum am Schlossberg in Mattsee das „moderne Mysterienspiel“, in dem der Autor das Publikum mit einem göttlichen Familienstreit konfrontiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Nun findet das jüngste Gericht eines zutiefst frustrierten Gottes im Kleinen Theater in Schallmoos statt. Leider hat sich seit der Uraufführung 1994 in Bregenz die Situation auf der Welt noch verschlechtert. Kräftiger Applaus bei der Vorstellung am 6. Mai 2026 und viel Stoff zum Nachdenken.

Gott ist schwer verärgert, denn das Experiment Mensch ist absolut schiefgelaufen. Nun will er endgültig Schluss machen. „Jedermann“ alleine genügt ihm diesmal nicht. Er will die ganze missratene Schöpfung vernichten. Da er aber ein gerechter Gott ist, will er sich vorher noch mit seiner Familie beraten. Gemeinsam mit Jesus und dem esoterisch angehauchten Heiligen Geist wartet er auf seinen bösartigen Erstgeborenen Satan, der wie immer zu spät kommt. Als dieser endlich bestens gelaunt erscheint, stört sein ständig klingelndes Handy die Sitzung. Er soll als Fürsprecher für die Menschen auftreten, denn „wer könnte das Böse besser verteidigen als der Böse selbst“.

Als eine Putzfrau die Versammlung stört, wird sie schnell verjagt: „Die brauchen wir hier nicht!“ Ihre Bitte um mehr Lohn wird völlig ignoriert, dafür hat Gott jetzt wirklich keine Zeit. Nur der gutmütige Jesus, der laut seinem Bruder Satan an „weltlicher Beschränktheit“ leidet, ist bereit, ihr zu helfen. Auch der Heilige Geist ist schwer frustriert, denn all seine Bemühungen, die Menschen zu erleuchten, waren umsonst. Gott ist einfach nur noch müde und will das Jüngste Gericht endlich durchziehen.

Da erscheint die Gottesmutter Maria. Jesus ist begeistert, doch der Rest des Tribunals lehnt die weibliche Einmischung ab. Maria aber lässt sich den Mund nicht verbieten und ihre Vorhaltungen und Argumente sind wirklich einleuchtend. Sie fordert den Rückzug des Göttlichen. Gott habe versagt, er sei nur noch eine Belastung. Die Menschen sollen endlich auf eigenen Beinen stehen…

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