Mit der Ausstellung „Visual Echoes — Gegenbilder im Bilderstrom“ präsentiert das Museum der Moderne Salzburg (Mönchsberg) eine Medienkunst-Schau, die sich auf sinnlich-politische und ästhetische Weise mit der Bilderflut unserer Gegenwart auseinandersetzt. Kuratiert von Jürgen Tabor, sind fünf Kunstpositionen so in fünf separaten Räumen installiert, dass jede Arbeit ihre Wirkung frei entfalten kann.

Von Karl Traintinger
Täglich begegnen wir unzähligen Bildern – aus Internet, Werbung, Film, Archiv und sozialen Medien. Die beteiligten Künstler:innen greifen bewusst auf dieses visuelle Reservoir zurück, ordnen, überlagern oder brechen dessen Strukturen auf. Sie schaffen kritische visuelle Echos, Gegenbilder zu konventionellen Sehgewohnheiten, und fordern unsere Wahrnehmung heraus.
So mischt Arthur Jafa in seiner Installation Portraits, Schwarzmusikästhetik, Videoschnipsel und mikroskopische Aufnahmen mit hypnotischen Beats – ein dichter, affektgeladener Bilderteppich. Anna Torfs setzt auf Serien von 81 × 2 Bildern, spielt mit Maskerade, Identität und Projektion – Über- und Unterlagerungen, Zeitsprünge und menschliche Typologien. Matthias Poledna / Karthik Pandian simulieren Mediencodes und Modebilder verschiedener Jahrzehnte, während Luis Jakob gefundene analoge Fotografien zu einem rhythmisch sequenzierten Bilderstrom montiert. Susan Hiller schließlich öffnet in einer Fünfkanal-Videoarbeit Räume, in denen Kino-Mythen, weibliche Stimmen und die Konstruktionen von Wirklichkeit in Bewegung geraten.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Vertrautes neu zu sehen und den eigenen Blick kritisch zu reflektieren. Wer sich auf diesen visuellen Dialog einlässt, verlässt das Museum mit sensibilisiertem Sehen – und der Frage: Welche Bilder bestimmen uns eigentlich?

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