LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assissi

Der Hl. Franziskus mit Vögeln - Bronze von Eva Mazzucco (1925-2013)

Der Hl. Franziskus mit Vögeln - Bronze von Eva Mazzucco (1925-2013) | Alle Fotos: Karl Traintinger, Dorfbild

Ausstellung zeigt Kunst, Geschichte und Gegenwart franziskanischer Spiritualität

Franz von Assisi ist einer der am häufigsten gemalten Heiligen. Sein Leben, seine radikale Hinwendung zu den Armen und seine enge Beziehung zur Natur haben Künstler über Jahrhunderte hinweg inspiriert. Eine aktuelle Ausstellung widmet sich dem engen Zusammenspiel von Kunst, Glauben und franziskanischer Lebensweise.

Von Karl Traintinger
Salzburg

Der Ausstellungstitel verweist auf zwei zentrale Aspekte: auf die franziskanische „Lebenskunst“ und auf die Bedeutung der Kunst im Leben der franziskanischen Gemeinschaften. Schon seit den Anfängen der Bewegung hält die bildende Kunst wichtige Stationen aus dem Leben des heiligen Franziskus fest. Gemälde, Skulpturen und weitere künstlerische Zeugnisse erzählen von seinem Weg und zeigen, welche Wirkung seine Persönlichkeit bis heute entfaltet.

Die Schau richtet den Blick jedoch nicht ausschließlich auf Darstellungen des Ordensgründers. Auch innerhalb der franziskanischen Ordensfamilie entstanden über die Jahrhunderte bedeutende Beiträge zu Kunst, Musik und Wissenschaft. Exponate aus Österreich, Südtirol, Deutschland und der Schweiz geben Einblick in diese oft wenig bekannte Seite der franziskanischen Geschichte. Sie zeigen, wie vielfältig sich Spiritualität, schöpferische Tätigkeit und wissenschaftliche Auseinandersetzung miteinander verbinden können.

Die franziskanische Ordensfamilie

Zur franziskanischen Ordensfamilie gehören mehrere eigenständige Zweige, die auf die Bewegung des heiligen Franziskus und der heiligen Klara von Assisi zurückgehen. Zum Ersten Orden zählen die verschiedenen männlichen Ordensgemeinschaften: die Franziskaner (OFM), die Minoriten (OFMConv) und die Kapuziner (OFMCap). Den Zweiten Orden bilden vor allem die Klarissen, die auf die heilige Klara zurückgehen. Zum Dritten Orden gehören regulierte Gemeinschaften sowie der weltweite Ordo Franciscanus Saecularis, der franziskanische Säkularorden. Gemeinsam ist diesen Zweigen die Orientierung am Evangelium und am Vorbild des heiligen Franziskus – bei jeweils eigener Geschichte, Lebensform und Ordensregel.

Die Besucher erhalten keine reine Geschichts­präsentation, sondern eine Ausstellung, die Fragen bis in die Gegenwart stellt. Wie kann ein Leben im Geist des Franz von Assisi heute aussehen? Welche Bedeutung haben Einfachheit, Mitmenschlichkeit und die Verantwortung für die Schöpfung in unserer Zeit? Die gezeigten Werke öffnen verschiedene Zugänge und laden dazu ein, die franziskanische Tradition aus neuen Blickwinkeln zu sehen.

Zur Ausstellung gibt es einen umfangreichen Katalog mit informativen Aufsätzen und ausführlichen Beschreibungen der Exponate. Der Katalog ermöglicht es, die gezeigten Werke und ihre Hintergründe auch nach dem Besuch weiter zu vertiefen.

Besonders unmittelbar wirkt die Schau durch die persönliche Begegnung. Mitglieder der verschiedenen franziskanischen Ordensgemeinschaften stehen in den Ausstellungsräumen für Gespräche bereit. Interessierte können Fragen stellen und aus erster Hand mehr über den Alltag, den Glauben und die unterschiedlichen Lebensformen innerhalb der Ordensfamilie erfahren.

Die franziskanische Bewegung ist keineswegs nur ein Kapitel der Vergangenheit. 800 Jahre nach dem Tod ihres Gründers ist sie weltweit und auch heute lebendig. Die Ausstellung macht diese anhaltende Wirkung sichtbar – durch Kunstwerke, historische Zeugnisse und persönliche Gespräche. Sie lädt dazu ein, Franziskus nicht nur als Heiligen der Kunstgeschichte kennenzulernen, sondern auch als Impulsgeber für eine bewusste, solidarische und schöpferisch verbundene Lebensweise.

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LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi
bis Montag, 2. 11. 2026 | Nordoratorium

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