Lucinda Riley: Das Mädchen aus Yorkshire

Lucinda Riley

Lucinda Riley | Foto: Goldmann © Boris Breuer

Lucinda Riley: Das Mädchen aus Yorkshire

Autorin: Lucinda Riley
Titel: Das Mädchen aus Yorkshire
Genre: Roman, Belletristik/Unterhaltung – Liebesgeschichten
ISBN: 978-3-641-32627-2 V004
Aus dem Englischen: Karin Dufner, Sonja Hauser, Sibylle Schmidt und Ursula Wulfekamp
Verlag: Goldmann Verlag
Erschienen: 04.November 2024

Klappentext:

Leah Thompson wächst in einem kleinen Dorf im ländlichen Yorkshire heran. Noch kann niemand ahnen, dass das Mädchen aus einfachen Verhältnissen eines Tages die Laufstege dieser Welt im Sturm erobern wird: Mailand, London, New York sind die Stationen ihrer fulminanten Karriere als Model, die ihr ein Leben in Luxus und Glamour beschert. Aber die schicksalshafte Verbindung mit der Familie Delancey, die weit in ihre Vergangenheit reicht, verfolgt sie wie ein dunkler Schatten und zieht sie in einen Strudel von tragischen Ereignissen, der im zweiten Weltkrieg in Polen seinen Ausgang nahm. Als tief verborgene Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen, muss Leah sich einer längst vergessenen Prophezeiung stellen – und einem Schicksal, dem sie scheinbar nicht entkommen kann …

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Als Leah Thompson ihre erste große Liebe Brett aufgrund von Intrigen verliert, ahnt sie noch nicht, dass es gerade die heimlichen Treffen mit ihm sein werden, die ihr das Tor zur weiten Welt öffnen.

Brett, gerade erst 16 Jahre alt und ein begnadeter Maler, fertigt von der bildhübschen Leah eine Skizze an. Seine Tante Rose Delancey, Arbeitgeberin des Mädchens und ihrer Mutter, bereitet sich gerade auf eine Ausstellung vor. So findet die kleine Kohlezeichnung den Weg in die Galerie eines Bekannten der Malerin. Dort wird ein bekannter Modefotograf auf die Zeichnung aufmerksam. Fasziniert von der Schönheit und Ausstrahlung des Mädchens vermittelt er sie an eine Agentur.

Obwohl für Leah eine großartige Karriere beginnt, bleibt die junge Frau schicksalhaft mit der Familie Delancey verwoben und wird in deren dunkles Geheimnis hineingezogen …

Nachdem die Autorin Lucinda Riley bereits 2021 verstorben ist, hat ihr Sohn Harry Whittaker das in den 1990er-Jahren geschriebene Buch überarbeitet und 2024 veröffentlicht. Entstanden ist dabei eine großartige Saga, in der zwei Familien aus Yorkshire die Protagonisten darstellen. Die Autorin führt die Leser*innen zurück in die tragische Vergangenheit während des Zweiten Weltkrieges, in der ein Teil der handelnden Personen erstmals aufeinandertreffen. Geschickt springt Riley zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her und gibt immer mehr Einblicke in die tragische Geschichte der Familie Delancey. Sie beleuchtet dabei, wie Ereignisse der Vergangenheit die Gegenwart formen und wie Gefühle ihre intensiven Triebkräfte über Jahrzehnte bewahren.

Parallel zur Hauptgeschichte wird die Erzählung der Thompsons aufgebaut, deren anfängliche Berührungspunkte zu einer zunehmend komplexen Verflechtung beider Familien führen. Durch die Figur Leah erhalten Lesende tiefe Einblicke in die dunklen Schattenseiten des Modelberufs, der zwar viel Geld, aber auch großes Leid mit sich bringt.

Schon optisch besticht das Buch durch sein Cover, das sofort ins Auge fällt. Die Einleitung ist ebenso gelungen, denn sie führt die Leser*innen gut in die Geschichte ein, ohne dabei ihre geheimnisvolle Spannung zu verraten. Die komplexe Haupthandlung spiegelt mehrfach helle und dunkle Momente wider; sie fasziniert unmittelbar und erschüttert zutiefst, ist dabei kurzweilig unterhaltsam, aber auch nachdrücklich mahnend. Genauso widersprüchlich gestaltet sich der Schluss – während es nach einem glücklichen Ende aussieht, verstört der letzte Satz und lässt doch wieder alles offen. Denn über all dem bleibt die tiefgründige Frage: Ist das Böse genetisch vererbbar?

Eine gelungene Familiensaga, die Lesende in den Bann zieht. Dabei hat die Autorin geschickt reale Fakten mit fiktiver Romanerzählung gemischt und eine authentische und aufklärende Erzählung gegen das Vergessen geschaffen.


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