Manfred Baumann: Salzburgwut

Manfred Baumann

Manfred Baumann | Foto: Christian Streili

Manfred Baumann: Salzburgwut

Autor: Manfred Baumann
Titel: Salzburgwut – Kriminalroman
ISBN: 978-3-7349-3470-4
Genre: Landkrimi
Verlag: Gmeiner Verlag
Erschienen: 04.08.2025

Klappentext:

Im Sebastiansfriedhof in Salzburg wird der Franziskanernovize Elias tot aufgefunden. Kommissar Merana fragt sich: War der Tote nur zur falschen Zeit am falschen Ort als wertvolles Kirchengut gestohlen wurde? Oder steckt mehr hinter dem Mord? Elias hatte Kontakt zur rechtspopulistischen HPÖ – eine gefährliche Verbindung?

Während Merana ermittelt, stößt er auf ein Netz aus Manipulation, Hass und Spaltung. Was hatte Elias entdeckt? Merana muss die Wahrheit finden, bevor der Zorn die Stadt erfasst.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Elias, ein junger Novize aus dem Franziskanerkloster in Enns, verbringt einige Tage bei seinen Mitbrüdern in Salzburg, um dort einer ganz persönlichen Leidenschaft nachzugehen. Ihn dürstet nach Wissen über den berühmten Arzt und Alchemisten Theophrastus von Hohenheim, bekannt als Paracelsus. Es ist eine Suche, die ihn aus der Ruhe des Klosters direkt in die dunkle Historie der Stadt führt.

Dafür begibt er sich nachts auf den Friedhof St. Sebastian in der Linzergasse. Doch statt der erhofften Erkenntnisse findet er dort seinen Tod. Der Fall wird zu einer besonderen Herausforderung für Kommissar Meraner, der gerade erst aus seinem Italienurlaub zurückgekehrt ist und sich nun mit einem toten Novizen und alten Legenden befassen muss.

Baumann stellt Kommissar Meraner in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen und nimmt die Leser mit in das Salzburger Kleinod des Sebastiansfriedhofs. Meraner ist ein großer Bewunderer des Komponisten Mahler, dessen Symphonien ihm einen sanften Ausgleich zum harten Berufsalltag bieten. Gemeinsam mit einem guten italienischen Rotwein helfen sie ihm dabei, die Bilder der grauenvoll verstümmelten Toten aus seinem Gedächtnis zu verdrängen.

Zudem erweist sich der Chefermittler als versierter Teamplayer: Er weiß seine Mitarbeiter geschickt einzusetzen, die ihn ihrerseits schätzen und respektieren und ihm eine große Stütze sind – gerade in so grausamen Fällen wie diesem.

Besonders hervorzuheben ist die musikalische Leidenschaft des Protagonisten: Als großer Mahler-Verehrer besitzt Meraner sämtliche Symphonien des Komponisten. Immer wieder wird die heilende Wirkung dieser Musik betont, wobei auch die Feinheit des Orchesters und der einzelnen Instrumente wunderbar zur Geltung kommt.

Bereits das geheimnisvolle Cover und die Einleitung, die das Bild eines bevorstehenden Todes zeichnet, machen neugierig auf den Hauptteil. Während die Krimihandlung den roten Faden bildet, bleibt viel Raum für die Geschichte Salzburgs und das Privatleben des Ermittlers. Der Autor hat nicht nur zu den historischen Themen fundiert recherchiert, sondern arbeitet auch seine Charaktere sehr feinsinnig heraus. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich komplex; es gibt viele Tatverdächtige, da die Szene, in der das Opfer vor Jahren tätig war, noch immer als explosiv gilt. Mehrfach ändert der Autor unerwartet die Richtung, um am Ende einen völlig überraschenden Täter mit einem fast schon banalen Motiv zu präsentieren.

Ein authentischer und spannender Regionalkrimi aus Salzburg, der durch die feinen Nuancen seiner Figuren besticht. Absolut gelungen und lesenswert!


Dorfgockel

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