In der malerischen Linzer Gasse 31 in Salzburg befindet sich das Atelier von Manfred Stubhann, einem der bedeutendsten Goldschmiede und Designer der Stadt. Seit Jahrzehnten schafft er einzigartige Schmuckstücke und sakrale Geräte, die durch ihre künstlerische Tiefe und handwerkliche Perfektion bestechen. Die Werkstatt befindet sich in Bergheim – Lengfelden.

Von Karl Traintinger
Das Metallrelief über dem Eingang, vor rund 60 Jahren von Manfred Stubhann selbst geschaffen, begrüßt still und eindrucksvoll. Es zeigt ihn als jungen Mann, der Blick fällt auf seine Hände – Sinnbild für die Kunstfertigkeit und Sorgfalt eines Goldschmieds. Ein poetisches Zeichen gelebten Handwerks. Gegossen wurde dieses Relief in der traditionsreichen Gießerei Oberascher.
Das Relief und die Galerie
Das Relief über der Tür ist nicht nur ein persönliches Statement, sondern auch ein künstlerisches Zeugnis von Stubhanns frühem Schaffen. Es lädt Besucher:innen ein, in die Welt der Goldschmiedekunst einzutauchen und die Verbindung von Tradition und Moderne zu erleben. Seine Schmuckstücke, oft aus 585er-Gold oder 800er-Silber, sind mit individuellen Formen und geologischen Einschlüssen wie fossilen Schnecken oder Opalmatrix gestaltet und tragen seine persönliche Meisterpunze. Das Zeichen „MS“ erscheint häufig in rechteckiger oder quadratischer Kartusche direkt neben der Silber- oder Goldlegierung und der amtlichen Feingehaltsmarke.

Manfred Stubhanns künstlerische Auseinandersetzung beginnt mit der schöpferischen Idee und setzt sich in der Formung fort, wobei er plastische, grafische und malerische Werte vereint. Für ihn ist Gold das vielgestaltigste aller Materialien, und er sublimiert die Grundformen durch glatte Flächen sowie Strukturen, um immer neue Gesamtansichten zu gestalten. Sein Schmuck ist nicht nur Zierde, sondern eine künstlerische Reflexion, die sich in jedem Detail widerspiegelt.

1968 gründete Stubhann die erste Galerie für Goldschmied- und Medailleurkunst in Österreich. Viele Werke sind heute sowohl bei privaten Sammler:innen als auch in musealen Kollektionen zu finden.
Der Goldschmied Manfred Stubhann
Manfred Stubhann, geboren 1943 in Salzburg, durchlief eine beeindruckende Karriere. Von 1957 bis 1961 absolvierte er eine Ausbildung als Gold- und Silberschmied, gefolgt von einem Studium an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien, wo er direkt in die Meisterklasse aufgenommen wurde. Als Wandergeselle sammelte er von 1963 bis 1965 weitere Erfahrungen, bevor er sich 1965 als selbstständiger Meister niederließ. 1968 eröffnete er die erste Galerie für Goldschmiede- und Medailleurkunst Österreichs.
Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Preis der Stadt Wien 1979 und der Karl-Weiser-Preis für sein Lebenswerk 2004.




Historischer Hinweis zum Oberascherhaus
Das Haus in der Linzer Gasse 31, auch bekannt als das alte Oberascherhaus, ist ein traditionsreiches Bürgerhaus, das eng mit der Geschichte der Salzburger Glockengießerei Oberascher verbunden ist. Die Glockengießerei war über mehrere Generationen – von 1765 bis 2003 – im Besitz der Familie Oberascher und zählte zu den bedeutendsten spezialisierten Handwerksbetrieben der Stadt. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1618 gegründet und befand sich zunächst in der Glockengasse, bevor es im 18./19. Jahrhundert in die Linzer Gasse verlegt wurde und das Gebäude zur prägenden Adresse der Werkstatt wurde.

Bauhistorisch spiegelt das Oberascherhaus die Entwicklung der Linzer Gasse als Hauptverkehrsader und Handwerkerstraße der rechten Salzachseite wider. Die umliegenden Bürgerhäuser wurden nach dem Stadtbrand von 1818 größtenteils restauriert und repräsentieren die spätmittelalterliche bis frühneuzeitliche Baukultur der Salzburger Altstadt. Heute bleibt die bauliche Erinnerung an die traditionsreiche Handwerks- und Gewerbekultur Salzburgs eng mit Häusern, wie der Linzer Gasse 31 verknüpft.

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