
Autorin: Manuela Fuelle
Titel: Wir kommen nach
Genre: Belletristik/ Erzählende Literatur
ISBN: 978-3-910227-03-3
Verlag: Stifter Verlag
Erschienen: 16.09.2025
Klappentext:
„Du bist wie eine Tochter für mich“, sagte sie. Zwei Frauen, zwei Generationen und eine über die Jahre wachsende Freundschaft. Mit der Krankheit und dem Sterben der Älteren, beginnt das Erinnern und Erzählen der Jüngeren zu erwachen. Die Chronistin der Familie schreibt um ihr emotionales Erbe, deutet, verwirft selten: Der Tod der Schwiegermutter wird zum Tod des eigenen Familien-ICHs – es wartet eine Wiedergeburt.

Rezension von Anna Lemberger
Es beginnt am Friedhof, als die Familie hinter der Urne ihrer Mutter, Schwiegermutter und Großmutter einherschreitet und die Erzählerin sich ihre letzten Worte zurechtlegt …
Wer war die Verstorbene, wie hat sich ihr gemeinsamer Weg entwickelt und was möchte sie Heide noch ins Grab nachrufen?
Fuelle beginnt ihre Erzählung mit dem Weg zu Heides letzter Ruhestätte in einem Waldfriedhof. Bei diesem schweren Gang erwachen Erinnerungen an ihren gemeinsamen Weg. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten, und doch herrschte eine tiefe Vertrautheit zwischen ihnen.
Die Autorin lässt in dieser autobiografischen Erzählung die Leser tief in ihr Leben und ihre Emotionen blicken.
Die liebevoll umsorgende Heide war der Mittelpunkt der Familie, die aus zwei Söhnen, der Autorin und einem Enkel besteht. Mit dem Tod dieser selbstlosen Frau verschwindet diese Identität, und die Familie muss sich neu orientieren.
In ihrer Reflexion setzt sich Fuelle mit der Krankheit und den Schmerzen, der völligen Hilflosigkeit der einstigen „Familienregentin, Macherin“ und guten Freundin sowie dem nachfolgenden Tod auseinander. Und: Wie kann ein tiefgläubiger Mensch einem schwer kranken, im Sterben liegenden Menschen Trost spenden, der keine große Beziehung zum Glauben hat(te)?
Ein sehr feinsinniges und tiefgründiges Buch, das den Tod in den Mittelpunkt des Geschehens rückt – aber auch tiefe Einblicke in Freundschaft und liebevolle Sorge gibt. Außerdem wirft die Autorin die Frage auf, welche Spuren Menschen auf der Welt hinterlassen, wenn sie sterben. Und auch wenn die wichtigste Frage offenbleibt, glaubt und hofft die Autorin, dass Heide im Paradies auf sie wartet, wenn sie nachkommt.
Manuela Fuelle springt zwischen verschiedenen Szenen hin und her, was beim Lesen erhöhte Aufmerksamkeit erfordert. Dennoch ist es ein großartiges und empfehlenswertes Buch für Menschen, die bereit sind, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen.

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