Martin Spengler & die foischn Wiener·innen | »Ois vü leichta«

Martin Spengler & die foischn Wiener·innen | »Ois vü leichta«

Der Dichter als charmanter Schwindler

Was ist das eigentlich, das Wienerlied? Eine Musikrichtung? Ja, irgendwie, aber irgendwie auch nicht. Eher ist es die vertonte Seele Wiens, würde ich es einordnen wollen. Will ich aber gar nicht. Lieber möchte ich über Martin Spengler sprechen, den ich gerade bei einem Konzert im Emailwerk Seekirchen erleben durfte (seinem vierten an diesem Ort) mit dem 15-Jahre-Jubiläumsprogramm „Ois vü leichta“. 

Leo Fellinger

Von Leo Fellinger

Was ich mitgenommen habe: Martin Spengler ist ein Dichter, dem es gelingt, Gefühle, die keine Sprache kennen, in Geschichten zu verwandeln. Irgendwo habe ich einmal gelesen „Jeder große Song beginnt mit einem Gefühl“, ja, das ist es auch, was Martin Spengler auszeichnet. Er schert sich nicht um Stilrichtungen, was übrigens ganz im Sinne des Wienerlieds ist, das Mitte des 19. Jahrhunderts als einzigartige Mischung aus ländlicher Volksmusik und städtischen Einflüssen aus den Kronländern der Monarchie entstanden ist. Mit genau diesem Konzept geht Spengler auch an seine Songs heran, zugegeben, die Kronländer hat er erweitert, um Kuba und andere exotische Länder, dennoch bleibt sein Werk dem Wienerlied im tiefsten Sinn verpflichtet. 

Die Songs selbst kommen daher wie Feuer und Wasser, mal rhythmisch groovend, mal zerbrechlich zart, aber immer erzählend, die Musik trägt die wortreichen Geschichten wie auf klingenden Wolken, die Texte geprägt von den großen Gefühlen der Menschheit. Dass er selbst aus der Mitte Österreichs kommt, aus Linz, seine Musiker Manuel Brunner (Kontrabass) aus Windischgarsten, Roland Guggenbichler (Harmonika) aus Braunau, mindert das Wienerlied-Gefühl kein bisschen.

Die einzige Panne – wie Spengler es bezeichnet – ist die großartige Überstimme von Bibiane Zimba aus Ottakring, was den Bandnamen „Martin Spengler und die foischen Wiener·innen“ nun als charmante Lüge entlarvt, nein, eher eine kleine wienerische Schwindelei, die man gerne mitnimmt. Die musikalischen Leistungen der vier Musiker:innen waren von herzzerreißend bis atemberaubend, ein Konzertabend, die niemanden kalt gelassen hat, obwohl das Wetter danach gewesen wäre…. 

Dorfgockel

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