Salzburg hat ein neues E-Bike-Verleihsystem bekommen. 200 Räder stehen zur Verfügung, bis Jahresende sollen es mehr als 600 sein. Über 60 Stationen sollen eine flexible Alternative zum Auto ermöglichen. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht, gerade für eine Stadt, die unter Verkehr und Staus leidet. Doch bei einem neuen Mobilitätsangebot geht es nicht nur darum, ob überhaupt ein Bike-Verleih existiert. Entscheidend ist auch, wie einfach und vor allem wie leistbar die Nutzung ist.

Von Jana Djordjevic
Die Frage ist, ob es für dieses Angebot tatsächlich E-Bikes gebraucht hätte. Denn normale Fahrräder wären deutlich günstiger und könnten für viele kurze Wege in Salzburg vollkommen ausreichen. Ein Blick nach Ljubljana zeigt, dass ein öffentliches Leihradsystem auch mit herkömmlichen Fahrrädern sehr günstig funktionieren kann: Dort kostet die Teilnahme gerade einmal drei Euro pro Jahr, die erste Stunde jeder Fahrt ist kostenlos, danach kostet eine weitere Stunde einen Euro, die darauffolgende Stunde 2€. Auch Wien zeigt den Preisunterschied deutlich. Beim WienMobil Rad kostet ein normales Fahrrad im Standardtarif 80 Cent für eine halbe Stunde. Wer hingegen ein E-Bike nutzt, zahlt 3,30 Euro pro 30 Minuten. Salzburg setzt also von Beginn an auf die teurere Variante, obwohl für viele Wege vermutlich auch ein normales Fahrrad gereicht hätte.
Aber wenn die Stadt will, dass Pendlerinnen und Pendler, Studierende und Einheimische öfter aufs Fahrrad steigen und das Auto stehen lassen, darf die finanzielle Hürde nicht zu hoch sein. Ein Leihrad muss spontan und unkompliziert genutzt werden können, ohne dass man bei jeder Fahrt überlegen muss, ob sie sich überhaupt lohnt. Ein günstigeres, normales Leihradsystem hätte deshalb schon einen großen Beitrag zu klimafreundlicher Mobilität leisten können.
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