Michele Bubacco: Zwischen Partitur und Malerei

Michele Bubacco: Zwischen Partitur und Malerei

Die Malerei des in Venedig geborenen Künstlers wirkt lebendig und offen, als würde sie sich im Moment des Betrachtens weiterentwickeln. Seine Bilder erinnern an musikalische Partituren: Sie entstehen, lösen sich auf und finden in immer neuen Konstellationen zusammen. Ausgangspunkt sind Eindrücke aus der äußeren Welt – Erinnerungen, Beobachtungen, innere Bilder –, die sich mit dem Unbewussten verbinden und in eine expressive Bildsprache übersetzt werden.

Von Karl Traintinger

Bubacco arbeitet in Schichten, die er bewusst wieder aufbricht. Was eben noch klar erkennbar war, wird übermalt oder verschoben, anderes rückt plötzlich in den Vordergrund. Dieser Prozess lässt Raum für Rhythmus, Improvisation und überraschende Wendungen. Nichts ist endgültig festgelegt, Veränderung gehört zum Kern seiner Arbeit.

Im Atelier wechseln sich kontrollierte Setzungen und spontane Gesten ab. Der Künstler arbeitet mit Pinsel und Händen, lässt Figuren auftauchen, teilweise wieder verschwinden und setzt neue Akzente darüber. Köpfe, Körperfragmente, Tiere oder Schatten geben kurzfristig Halt – nicht nur für die Betrachtenden, sondern auch für den Maler selbst, der seine Bildwelt immer wieder neu befragt.

Die Bilder tragen eine intensive, mitunter raue Energie. Verzerrte Figuren scheinen zu tanzen, zu ringen oder in einem Schwebezustand zwischen Nähe und Konflikt zu verharren. Bubacco verbindet dabei die leuchtende Farbigkeit der venezianischen Tradition mit einer zeitgenössischen, psychologisch aufgeladenen Bildsprache. Seine Arbeiten erzählen von inneren Zuständen und Verwandlungen, ohne diese festzuschreiben – gerade diese Offenheit macht ihren Reiz aus.

Michele Bubacco, geboren 1983 in Venedig, wuchs in der Lagune und auf Murano als Sohn eines Glasbläsers auf. Obwohl von handwerklicher Tradition umgeben, entschied er sich für die Malerei und gilt weitgehend als Autodidakt. Wichtige Einflüsse waren die venezianischen Meister sowie der Maler Alessandro Rossi.

Seit 2015 lebt und arbeitet Bubacco zwischen Wien und Murano. Seine expressiv-figurative Malerei wird international gezeigt; ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem VAF-Stiftungspreis für junge italienische Kunst.

L-art

Michele Bubacco
Salzburg, Linzergasse 25
Bis 17. Jänner 2026

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