Die Situation – die Gesetzesänderungen – warum das nicht reicht
Die Mieten sind zu hoch. Dieser Aussage ist schnell zugestimmt, dennoch bleiben effiziente Lösungen aus.

Von Emilia Tilzer
Salzburg wächst immer weiter, rund 159.000 Menschen leben mittlerweile in der Stadt. Im Jahr 2025 haben die Preise bei Neuvermietungen um 17 % zugenommen – Tendenz weiter steigend. Im Schnitt kostet eine 70-Quadratmeter-Wohnung monatlich fast 1.400 Euro, Strom- und Heizkosten nicht mitgezählt, so die Finanzzeitung ad hoc News.
Nun sind mit Jänner 2026 neue Gesetze in Kraft, die die Lage für die Mieterinnen und Mieter erleichtern sollen. Laut Vizekanzler Andreas Babler werden sich die BewohnerInnen von Altbauwohnungen im kommenden Jahr durchschnittlich 318 Euro sparen. In Altbau- und Gemeindewohnungen darf die Miete nämlich nur noch 1% steigen, für private Mietwohnungen sind es 3%. Erhöht werden darf nur 1x im Jahr. Außerdem müssen Vermieter, die Unternehmer sind, den Mietvertrag mindestens 5 Jahre laufen lassen.
Das klingt doch vielversprechend. Ein entscheidender Punkt ist allerdings unberührt geblieben: Hat der Vermieter in den letzten Jahren seinen Index nicht angepasst, darf er das noch für drei Jahre nachholen. Die MieterInnen müssen also nachzahlen. Dabei kommt es dann teilweise zu Summen im 10.000-Euro-Bereich.
Diese Regelung hätte besondere Aufmerksamkeit verdient, um die MieterInnen effizient zu schützen. Solange derartige Probleme vom Gesetzgeber übergangen werden, kann man nicht von echten Lösungen sprechen, wie Salzburg sie dringend braucht.
Den So.Wochenkommentar auf Youtube nachsehen >

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Auch in Zürich wie in Salzburg sind die Mietzinse sehr hoch. In der Stadt Zürich sind die Mieten in den letzten 26 Jahren um 96 Prozent gestiegen. Es ist in Zürich fast unmöglich geworden, ohne Beziehungen eine bezahlbare Wohnung zu finden. Familien müssen wegziehen, Wenig Verdienende ebenso. Es scheint, Zürich, „Zureich“ habe die Balance verloren. Die Bodenpreise steigen astronomisch.
Beim Mieterwechsel wird aufgeschlagen, der so genannte „ortsübliche“ Mietzins verlangt, was immer das heißen mag. Ein weiterer Grund der steigenden Mieten ist auch der massenhafte Abbruch von genossenschaftlichen, städtischen und privaten Wohnhäusern, von Gebäuden, die in vielen Fällen noch sehr gut erhalten sind, die kinderfreundlicher sind als die neuen hohen Blocks und Hochhäuser, die in „verdichteter“ Bauweise nach der Demolition hochgezogen werden. Die Mieten in den so genannten „Ersatzbauten“ sind dann oft doppelt so hoch, zu hoch für wenig Verdienende und für Rentner der Alters und Hinterlassen Versicherung, der AHV für Leute mit kleinem Portemonnaie.
In der größten Stadt der Schweiz, stehen die Wohnungsuchenden Stunden für eine Wohnung an, sie ächzen über ruchlose Kündigungspraktiken und 4-Zimmer-Wohnungen für 5000 Franken.
Wenn Wohnhäuser abgebrochen werden, heißt es dann in Zürich die Häuser sollen «zurückgebaut» werden. Mit diesen Ersatzbauten verlieren viele Familien, die in Zürcher Quartieren verwurzelt sind, ihre Wohnung, mit der sie eigentlich zufrieden waren. Oft wäre es auch aus ökologischer Sicht sinnvoller und wirtschaftlicher solche Häuser energetisch sanft zu sanieren, statt sie abzubrechen. Die Ökobilanz wäre mit einer Sanierung im Gesamten um vieles besser als durch einen Neubau. Die graue Energie, alle die Materialien die zur Herstellung der Baustoffe, die zum Bau von Häusern gebraucht wurden, geht bei diesem Rückbauwahn der in Zürich en Vogue ist verloren. Das Klima dankt nicht, die nächste Generation auch nicht.
Viele Leute können sich im reichen Zürich eine Wohnung nicht mehr leisten. 1,34 Millionen Menschen sind in der Schweiz armutsgefährdet. Das sind 15,6 Prozent der Bevölkerung.