In knapp zwei Wochen ist es endlich soweit, aus mehreren wichtigen fadenscheinigen Gründen wird die Vorratsdatenspeicherung aktiv. Alle Telefongespräche werden mindestens ein halbes Jahr lang gespeichert, auch die Emails, und so weiter. Danach werden sie gelöscht, das heißt es kommt ein roter Punkt mit dem Text gelöscht neben dem Datensatz dazu.

Von Karl Traintinger
Dadurch ist es möglich, dass man auch später nachschauen kann, wenn man zum Beispiel vergessen hat, mit wem man vor 4 Jahren zum Kaffee verabredet war. Äußerst praktisch.
Auch die Zucht der Bundeswürmer geht flott voran, man weiß nur noch nicht, ob sie bereits vorinstalliert mit jedem Rechner ausgeliefert werden sollen oder nicht. Da sind sich die Voyeure noch nicht ganz einig darüber. Fakt ist, Vater Staat wird immer neugieriger und die immer häufiger werdenden Terroranschläge sollen sein Tun legitimieren.






Ganz neu sind die Überwachungsmöglichkeiten für den Haushalt, die Anfang März gerade noch rechtzeitig auf der CeBIT, der wichtigsten Messe der ITK-Branche in Hannover, vorgestellt wurden. Mit diesen Geräten ist eine umfassende Überwachung möglich und jeder Bürger kann sich frei entscheiden, was für ihn die beste Variante ist. Die Zeit, als sich jemand zum Belauschen in Wohnzimmer setzten musste, ist längst vorbei.
Heutzutage kann man sich für Mikrofone in Lampenschirmen, Wetterstationen, Lautsprecherboxen, Fernsehern, und so weiter entscheiden. Mit dem richtigen Equipment fallen die Überwachungsgeräte überhaupt nicht mehr auf und der Innenarchitekt kann wie gewohnt einrichten. In zahlreichen Geräten, wie Laptops, Fernseher, etc. kann bei Bedarf auch eine Videoüberwachung aktiviert werden, zum Teil ist sie optional nachrüstbar.
Besonders geeignet sind diese modifizierten Haushaltsgeräte für Menschen, die ihrer Meinung nach ohnehin nichts zu verbergen haben und die sich dem Staat zu vorauseilendem Gehorsam verpflichtet fühlen. Ein weiterer wichtiger Schritt im staatlichen Sicherheitsdenken ist die Möglichkeit, schon bei einem Verdacht auf diese Daten ohne große Genehmigungsverfahren zugreifen zu können, hört man. Im vernetzten digitalen Zeitalter ist das praktisch von jeden Polizeiwagen aus möglich, der Verbrecherschutz kann so optimal durchgeführt werden. Über die zum Teil ausufernde Meinungsfreiheit und Pressefreiheit wird man noch reden müssen.
Interessenten wenden sich bitte an die neu zu errichtende Infostelle für vorausplanende Sicherheits- und Überwachungstechnik im Parlament. Die Beratung ist kostenfrei.
Weiterführende Infos:
bernhard jenny: ACTA – den mächtigen missfällt die freiheit
Stopp ACTA Demo am 25. Feber 2012 in Salzburg
Der Standard: Vorratsdatenspeicherung. „Ab 1. April stehen alle Bürger unter Generalverdacht“

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Wir sind mittlerweile ein Polizeistaat, der sich, wie es scheint seine Möglichkeiten richtet und ausbbaut, wie er sie braucht. Big Brother im Wohnzimmer und niemand schreit Feuer! Wann hat dieser Wahnsinn eine Ende?