Am Salzburger Waagplatz scheint sich etwas getan zu haben – ganz ohne großes Aufsehen. Das neue Pflaster hat sich offenbar gedacht, ein bisschen Leben würde dem Platz guttun. Also rückte es die Steine zurecht, verabschiedete sich von der sommermüden Kübelpalme – und schenkte uns eine junge Linde.

Von Karl Traintinger
Frisch gepflanzt, mitten im historischen Steinmeer, neben dem neuen Trinkwasserbrunnen – und plötzlich wirkt der Platz freundlicher, weicher, lebendiger. Als hätte die Altstadt endlich wieder einen Atemzug Natur bekommen.
Wer genauer hinschaut, entdeckt unweit des Baums ein besonderes Detail: einen metallenen Kanaldeckel mit der Aufschrift „SoS“. Dahinter steckt kein städtischer Notruf, sondern Kunst – genauer gesagt der „State of Sabotage“, ein 2003 vom österreichischen Künstler Robert Jelinek gegründeter „Staat der Kunst“. Seine Kanaldeckel wurden in verschiedenen Städten verlegt und verbinden sie symbolisch in einem unsichtbaren Netzwerk. Der Salzburger SoS-Deckel am Waagplatz ist der letzte seiner Art – das finale Kapitel eines Projekts, das von Beginn an auch seine eigene Auflösung mitdachte.
Nun wächst also eine Linde neben einem Kunstwerk, das Grenzen und Besitz einst infrage stellte. Vielleicht liegt genau darin der Charme dieses Ortes: Während große Ideen im Boden ruhen, wächst darüber still ein Baum. Natur trifft Kunst, Vergänglichkeit trifft Neubeginn – und der Waagplatz atmet leise auf.
Siehe auch:
Das Ankerhaus am Waagplatz >






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