„Not the Messiah“ – Ein komisches Oratorium

„Not the Messiah“ – Ein komisches Oratorium

Der Film der legendären britischen Comedy-Gruppe Monty Python „Das Leben des Brian“ aus dem Jahre 1979 ist ein Klassiker mit Kultstatus. 2007 schufen Eric Idle und der Komponist John DuPrez ein schräges Oratorium, das mit mitreißender Musik die Geschichte von Brian, der nicht der Messias ist, erzählt. Die Österreichische Erstaufführung fand am 9. Mai 2026 im Salzburger Landestheater statt und wurde mit Standing Ovations gefeiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Ein Evangelist stellt uns die 40-köpfige Band, einen Jahrhundertchor sowie die Sängerinnen und Sänger vor. Auf der Bühne schaut es im ersten Moment wirklich nach Händels Oratorium „Der Messias“ aus, denn das Orchester befindet sich mitten auf der Bühne. Das ändert sich jedoch, wenn die ersten Schafe auftauchen.

In Jerusalem sind gerade die Römer an der Macht. Als Mandy Cohen am Markt einen feschen Centurio kennenlernt, bleibt das nicht ohne Folgen. Ihr Sohn Brian kommt in einem Stall zur Welt, gleich daneben freuen sich Josef und Maria über ihren Erstgeborenen Jesus. Als junger Mann erfährt Brian, dass sein Vater, ein windiger Römer, sich einfach aus dem Staub gemacht hat. Er beschließt, seine Mutter zu rächen, und schließt sich der Judäischen Volksfront an. Hier lernt er die schöne Judith kennen und lieben. Ein Missverständnis führt dazu, dass er für den Messias gehalten wird. Er schafft es nicht, seine Anhänger vom Gegenteil zu überzeugen. Obwohl er ihnen ständig versichert „Bleib einfach dir treu, denn du bist ein Individuum!“, verfolgt ihn eine fanatische Schar. Kein Wunder, dass die Römer auf diesen neuen Messias aufmerksam werden. Das hat schlimme Folgen und so landet Brian schließlich im Kerker, wo er sich in sanfte Träume rettet. Am Weg zur Kreuzigung stellt Brian dann allerdings fest: „Ich glaub das wars. Jetzt kommt der letzte Song.“ Und den kennt das Publikum bestens und kann daher auch kräftig mitsingen: „Always look on the bright side of life…“

Maximilian Schmiedl führt als Evangelist durch diesen schrägen Abend, darf aber auch zwischendurch selbst zur Gitarre greifen, denn musikalisch wird einiges geboten. Neben Händels Oratorium-Sound und sanften Mozart-Klängen sind mitreißende Gospels, Jazz und herzergreifende Balladen zu hören. Stefan Janauschek kommt sogar mit einem Dudelsack zum Einsatz. Für große Heiterkeit und Szenenapplaus sorgt die heiße Liebesnacht von Brian (Luke Sinclair) und der schönen Judith (Laura Incko). Daniele Macciantelli sorgt mit seinem Bass für die dunklen Töne. Er erinnert stark an den Komtur aus Don Giovanni, doch nennt er sich hier Schwanzus Longus. Brians Mutter Mandy (Jana Kurucová) ist nicht zu beneiden, erst wird sie von einem Römer verlassen, dann von ihrem freiheitsliebenden Sohn: „Es tut so weh, wenn Kinder gehen!“ Marco Dott sorgt mit seinen Auftritten, ob nun als Mrs. Betty Parkinson, Hirte oder Julius Cäsar, stets für Heiterkeit. Auch der Chor ist schwer beschäftigt. Als Schafherde, Gospelchor oder Pilgergruppe aus Wien-Hütteldorf sorgt er mit schwungvollen Choreografien stets für Stimmung. Das Mozarteumorchester unter der musikalischen Leitung von Tobias Meichsner spannt gekonnt den Bogen von Barock bis zu zündendem Pop.

Carl Philip von Maldeghem hat das satirische Oratorium mit viel Witz und Charme auf die Bühne gebracht. Ein äußerst vergnüglicher Theaterabend, der augenzwinkernd Religion und Glaube hinterfragt.

Dorfgockel

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