Obdachlosigkeit in Salzburg ist dramatisch

Notschlafstelle | Foto: © 2024 Karl Traintinger

Notschlafstelle in Salzburg | Foto: © 2024 Karl Traintinger

Salzburg gehört zu den Bundesländern mit einer sehr hohen Zahl an obdach- und wohnungslosen Menschen. Hinter jeder Zahl steckt ein Mensch, der kein sicheres Zuhause hat. Dieses Problem dürfen wir nicht länger ignorieren. Hallo und herzlich willkommen zum neuen So.Wochenkommentar.

So Wochenkommentar

Von Jana Djordjevic

Die Stadt Salzburg hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal an einer EU-weiten Erhebung zur Obdach- und Wohnungslosigkeit teilgenommen. Dabei wurden 910 betroffene Menschen gezählt. 323 von ihnen schliefen auf der Straße oder in einer Notschlafstelle. Die tatsächliche Zahl dürfte aber noch höher sein. Viele De-Facto-Obdachlose sind nicht direkt auf der Straße. 341 Personen kommen vorübergehend bei Freunden oder Verwandten unter und haben keine eigene Wohnung. Auch das ist Wohnungslosigkeit. Andere leben in Übergangswohnungen oder in Häusern ohne Strom oder Wasser.

In Salzburg gibt es bereits Einrichtungen, die helfen. Etwa Einrichtungen der Caritas, der Sozialen Arbeit GmbH oder das Projekt „Housing First“ von Vinzi Dach. Das ist wichtig und richtig. Trotzdem zeigen die aktuellen Zahlen, dass das Angebot nicht ausreicht. Es braucht mehr leistbare Wohnungen und mehr Unterstützung für Menschen, bevor sie ihr Zuhause verlieren. Ein eigenes Zuhause ist keine Selbstverständlichkeit. Obdachlosigkeit kann viele Gründe haben und jeden treffen. Aber niemand sollte in Salzburg ohne ein sicheres Dach über dem Kopf leben müssen.

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1 Kommentar zu "Obdachlosigkeit in Salzburg ist dramatisch"

  1. Heinrich Frei Heinrich Frei | 8. August 2026 um 17:12 |

    Jana Djordjevic schreibt: «Salzburg gehört zu den Bundesländern mit einer sehr hohen Zahl an obdach- und wohnungslosen Menschen. Hinter jeder Zahl steckt ein Mensch, der kein sicheres Zuhause hat. Dieses Problem dürfen wir nicht länger ignorieren.»

    In Finnland konnte die Obdachlosigkeit seit 2007 durch das Programm Housing First stark reduziert werden. Daher ist Finnland eines der wenigen europäischen Länder, das sinkende Obdachlosigkeitszahlen verzeichnet. Das Ziel des Landes ist es, die Obdachlosigkeit in Finnland vollständig zu beenden. Das wäre auch in Salzburg möglich und würde auch rentieren, so gut wie die Erweiterung der Festspielhäuser. Die Modernisierung und die Erweiterung der Festspielhäuser lösen laut Studie der WKS in Salzburg eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von über 140 Millionen Euro sowie in Österreich von mehr als 240 Millionen Euro über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren aus. Gleichzeitig ergeben sich durch das Investitionsvorhaben für Salzburg über 1.600 und für Österreich fast 2.300 neue Arbeitsplätze, kann man lesen. Jeder öffentlich investierte Euro in die Salzburger Festspielhäuser kommt mehrfach zurück, heißt es.

    Jährlich vergeudet Österreich 6,53 Milliarden US-Dollar für seine unnütze Armee. Jeder öffentlich investierte Euro in die österreichische Armee kommt nie mehr zurück, fehlt bei den Armen Österreichs.

    18,6% der österreichischen Bevölkerung sind Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdet. Das ist der höchste Wert seit er von der Statistik Austria gemessen wird. Die betroffenen Menschen haben verhältnismäßig niedrige Einkommen, oder keine/geringe Erwerbsarbeit, oder können sich den Großteil der notwendigen Lebensbereiche nicht leisten.
    1,4 Millionen Menschen in Österreich haben so wenig Geld zu Verfügung, dass sie armutsgefährdet sind. Das sind rund 150.000 mehr als noch im Vorjahr. Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich und Menschen mit niedrigen Einkommen drohen den Anschluss zu verlieren. Für mehr als 260.000 Menschen in Österreich ist der Großteil essenzieller Dinge – wie Miete, Heizung, Lebensmittel – nicht leistbar.

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