Paganini und die Frauen – Ein gefallener Engel?

„Paganini und die Frauen“ – Ein gefallener Engel?

Das Shakespeare Salzburg lädt während der Festspielzeit mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm zum Sommertheater ein. Am 17. Juli 2025 schlüpfte die Violinistin Corinna Schröder in die Rolle des Teufelsgeigers Paganini.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Regisseur Peter Glockner hat ihr eine Textcollage zusammengestellt, in der neben dem Künstler auch dessen verliebte, später dann wütende, weil betrogene Frauen zu Wort kommen. Der urige Charme des Svetlov Theaters passt hervorragend zu der musikalischen Performance. Gratulation!

Der Geigenvirtuose und Komponist Niccolò Paganini (1782–1840) war äußerlich zwar nicht anziehend, doch seine brillante Spieltechnik machte ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Legende. Kein Wunder, dass die Damen jeden Alters von ihm fasziniert waren. Im Jahr 1824 lernte er die Sängerin Antonia Bianchi kennen. Die beiden konzertierten jahrelang gemeinsam, heirateten aber nie. Ihr Sohn Achillle Ciro Alessandro kam 1825 zur Welt. Paganini hatte zwar viele Affären, doch nur mit Antonia war er ernsthaft verbunden.

Paganinis Frauen

In Corinna Schröders Performance verschmelzen die Liebschaften und der singuläre Künstler zu einer Person. Wütend betritt sie die Bühne und muss sich als Paganini so einiges vorwerfen lassen. Er sei lebensuntüchtig, eine Karikatur seiner selbst. Nur gut, dass er sich beim Spiel mit seiner Geige abreagieren kann.

Ein riesiges rotes Tuch als Symbol der Leidenschaft bedeckt einen Tisch. Im Laufe der Performance kommt dieses Tuch noch vielfach zum Einsatz. So verhüllt es die Nacktheit des Künstlers, wenn er sich als „Bad Guy“ bezeichnet. Die Frauen sind geblendet vom Weiß seiner Augäpfel, denn ansonsten ist Paganini wahrlich kein starker Mann. Die Texte reichen von Silvia Plath bis Shakespeare und von Berlioz über AC/DC bis Billie Eilish.

Corinna Schröder absolvierte ihr Grundstudium im Hauptfach Violine an der Universität Mozarteum in Salzburg und setzte ihre Studien dann an der University of Colorado in Boulder und an der State University of New York fort. Diese Performance bietet ihr die Möglichkeit, das Publikum mit einer Auswahl an Kompositionen des dämonischen Künstlers zu unterhalten. Mit Eleganz und enormer Musikalität schafft sie den Spagat zwischen den sehr unterschiedlichen Texten und einer enormen musikalischen Spannung. Corinna Schröder gastiert mit ihrer Pierre-Chaubert-Geige im Rahmen des Theatersommers nochmals am 31. Juli und 1. August, jeweils um 19 Uhr im Shakespeare Salzburg.

Weitere Aufführungen des Sommertheaters >

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