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Peter Pilz ist in den letzten Tagen derart ins Gerede gekommen, dass er am kommenden Donnnerstag nicht mehr ins Parlament einziehen möchte.

Dann wurde es verwirrend, es kam der Rücktritt vom Rücktritt. Oder doch wieder nicht, wer weiß das schon wirklich.

Anbei die Einschätzung unserer beiden Zeichner: Michael Honzak und Thomas Selinger.
Fakt ist, niemand ist unersetzlich. Das gilt auch für die Politik.  (kat)


Manchmal wäre ich gerne ein Mäuschen, um die Gespräche am Stammtisch im Wirtshaus in unserer kleinen Ortschaft zu hören. Ende August 2015 haben wir 4 UmFs (Terminus Technikus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) aufgenommen. Da wir bereits zuvor Krisenpflegeeltern waren, gab es ein abgekürztes Prozedere für die Aufnahme.

TewsAndrea02_96Von Andrea Tews

Wir leben im Bezirk Rohrbach zwischen Oberkappel und Pfarrkirchen im oberösterreichischen Mühlviertel, ein sehr zweischneidiges Schwert. Außerhalb der Ballungszentren ist es einfacher Integration zu leben, aber hier am Land gibt es einige wesentliche Erschwernisse, genaueres weiter unten. Die Vertretung der Jugendwohlfahrt hat unsere Wohnverhältnisse begutachtet und ihr o.k. gegeben, vorerst für 2 Jugendliche, dann nochmals ein Hausbesuch, um die Gegebenheiten abermals zu kontrollieren und dann den Bescheid für 4 Jugendliche auszustellen.

Für einen Freitagabend wurde per Mail die Ankunft von 2 Kindern angekündigt. Niemand kam, auch keine Telefonnummer, die uns hätte weiterhelfen können. Da wir nicht wussten, ob es Überstellungen (einer dieser grauslichen Begriffe) auch am Samstag und Sonntag gibt, haben wir erst einmal gewartet. Erst am Montag kam ein Anruf: Man hat einen Buben in Helfenberg abgegeben, nur einen Buben, der zweite ist verschschwunden. Einer der zig-tausenden, die auf der Flucht verschwinden. Vielleicht nur weg aus Traiskirchen und auf nach Deutschland, darüber mache ich mir zum Selbstschutz keine Gedanken. Ein paar Tag später kam der Zweite.

Der Plan, die Buben in den Polytschnischen Lehrgang zu geben, ist an einer Weisung des Bildungsministeriums gescheitert. Der verweigerte Schulbesuch für die nicht mehr schulpflichtigen Buben ist auch jetzt noch unser größtes Problem. Unser wichtigstes Ziel ist es, den Buben eine Tagesstruktur zu geben, Motivation aufzubauen.

Ende Oktober und Anfang November kamen noch 2 weitere Burschen zu uns. Der Jüngste ist glücklicherweise schulpflichtig. Alle Burschen gehören in Afghanistan der ethnischen Gruppe der Hazaren an. Dazu in Wikipedia: Die Hazara, ebenfalls persisch-sprachig, jedoch größtenteils schiitischen Glaubens und mongolischer Abstammung, stellen etwa 9 % der Bevölkerung dar. Aufgrund ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit wurden und werden sie in Afghanistan verfolgt und gezielt getötet.

Zwischenzeitlich ist ein Bursche Kochlehrling im Gasthof Wundsam in Neustift, bisher funktioniert es gut. Für einen Burschen hab ich bei mir eine Lehrstelle als Tierpfleger geschaffen, ein weiterer soll ab August auch Koch lernen, dann hätte ich vorerst einen Meilenstein am Weg zu ihrer Selbstständigkeit geschafft.

Das Fordernste ist unsere Bürokratie, so gibt es zum Beispiel keine Lehrlingsfreifahrt, weil die an die Kinderbeihilfe gebunden ist und unsere jugendlichen Flüchtlinge keine erhalten. Und ohne Freifahrt gibt es auch kein begünstigtes Jugendticket: So schaut’s aus! Es gelten die gleichen Voraussetzungen wie für das OÖVV Schüler-Ticket bzw. das OÖVV Lehrlings-Ticket: Besuch einer Schule mit Öffentlichkeitsrecht oder Ausübung eines anerkannten Lehrberufs: Alter < 24, Wohnort und/oder Schulort bzw. Ausbildungsplatz in Oberösterreich und Bezug der Familienbeihilfe!

Für alle, die unser Bestreben, den Buben eine neue Heimat zu geben, genauer verfolgen wollen:
Tagebuch einer Familie mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Die Dorfzeitung zum Thema Flucht-Flüchtlinge:
Reinhard Lackinger: Europa braucht keine Handlanger, sondern Fachkräfte! Das sagen die Politiker.
Thomas Selinger/ Karl Traintinger: Die Flüchtlingsgaffer
Salzburger Landestheater: „Nach Europa/ Über das Meer“ | Flüchtlingsschicksale
Thomas Selinger/ Karl Traintinger: Der Preis ist unsagbar hoch.
Schauspielhaus Salzburg: „Illegale Helfer“ – Ist mein Staat menschlich?
Theater im Café Shakespeare: „Wir Kinder Babylons“ – zurück ist keine Option
Thomas Selinger/ Karl Traintinger: Über eine Lösung wird nachgedacht …
Thomas Selinger/ Karl Traintinger: Es ist schauerlich …
Sonja Schiff: Haben wir jetzt wieder Krieg, Schwester?
Thomas Selinger/ Karl Traintinger: Die Asylzelte, G7 und der Fussball.
Salzburger Landestheater/ OVAL: „African Spielzeugland“ – Ein englisch-deutsches Kinderstück
Theatergruppe MARAB: Krieg. Stell dir vor, er wäre hier. – ein Schreckensszenario
Johannes Voggenhuber: Flucht ist immer ein Notfall …
Richard Kienberger: Auf der Flucht.
Richard Kienberger: Zohre escaped
Salzburger Landestheater: „Fluchtwege: Ein Stationendrama“ – ein Theater auf der Flucht
Johann Toth: Nach dem letzten Karfreitag. Donauschwaben – Von der Befreiung in die Freiheit


 

Im Laufe der letzen 30 Jahre hat sich im häuslichen “Weinkeller” so manches angesammelt: Jahrgangsweine für die Kinder, Geschenke von Freunden zu besonderen Anlässen, Urlaubserinnerungen, und so weiter. Was lag also näher, als die alkoholischen “Schätze” geneinsam im Rahmen eines Familienfestes zu verkosten.

KT_012_DZ Von Karl Traintinger

Damit das Ganze auch wirklich Sinn macht, haben wir uns einen  Freund eingeladen, der neben seinem aktuellen Beruf als freischaffender Künstler in Salzburg zufällig auch Diplom-Sommelier ist und der viele Jahre in diesem Beruf auch gearbeitet hat. Es ist schon beruhigend und zudem hochinteressant mit einem “Berufsvorkoster” am Tisch zu sitzen, der genau weiß, wie etwas schmecken muss und der zudem erklärt, warum der eine oder andere Wein wie bewertet wurde. Auch die Geschacks- und Riechnerven freuen sich, wenn die einzelen Eindrücke benannt werden können und man nicht nur vom “großen Potential” sprechen muss.

Der kulinarische Teil des Abend wurde von der Laufener Firma Medousa-Feinkost bestritten, die neben der Belieferung diverser Märkte seit einiger Zeit auch Caterings macht. Wir waren begeistert, wie herrlich fleischloses Essen zubreitet sein kann! Einzig einige Riesengarnelen waren dabei und die mundeten, trotz anfänglicher Skepsis, vorzüglich.

Es war ein herrlicher Sommerabend zuhause im Kreise der eigenen Familie und er hätte das Potential für eine Wiederholung im nächsten Jahr! 🙂

Infos:
Thomas Selinger in der Dorfzeitung
Homepage Thomas Selinger
Karl Traintinger: Am besten sind die Kalamata Oliven mit Stein.
Homepage Medousa Feinkost


Karl Traintinger

Gut Ding braucht Weile. Konnten in früher Urzeit die Lehrer noch die Leistungen der meisten Schüler einigermaßen gerecht und richtig einschätzen, meistens wenigstens, so fahren wir heute schön langsam in ein scheinbar gutes, zentral organisiertes Überprüfungssystem (Beispiel: Zentralmatura), das gleiches Recht für alle definieren soll. So weit, so schlecht.

Dr. Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Selbstverständlich geht es dabei um den kleinsten gemeinsamen Nenner.  Irgendwann wird es unsere Bildungspolitik endich geschafft haben, den Ausbildungslevel derart zu senken, dass alle, die eine bestandene Zentralmatura ihr Eigen nennen, ein vergleichbares Bildungsniveau/ -defizit aufweisen können. Es wird noch ein Weilchen dauern, sträuben sich doch einige altehrwürdige Gymnasien gegen die intellektuelle Abflachung, mit der Einführung der Neuen Mittelschule wurde aber schon ein großer Schritt in die gewünschte Richtung gemacht.

Gottseidank gibt es in den nordischen Pisa-Sieger-Staaten schon nachahmenswerte Tendenzen und Entwicklungen für uns Österreicher, wenn ich nur an die Abschaffung der Schreibschrift 2016 in Finnland denke. Der Wirtschaft ist damit sicher geholfen, brauchen doch die Schüler keine Hefte und Bleistifte mehr, sondern können mit einem Computertablet ausgestattet werden, mit dem sich neben der Schule auch die Freizeit verbringen lässt. Die Schultaschen sind mit diesen Multifunktionsgeräten viel besser aufgeräumt, als sie es mit Heften, Büchern, Bleistiften und Malkasten je waren und sein könnten. Ein kleines GPS Modul ermöglicht sogar die Ortung des Gerätes, sollte das Tablet oder Schüler einmal unauffindbar sein.

Österreich neigt in seinem vorauseilenden Gehorsam (ist ab besten bei der Umsetzung von EU-Verordnungen zu sehen) ohnedies dazu, alles besser zu machen, also können wir hoffen, dass wir bald in die schreibschriftlose Richtung marschieren werden. Spätestens nach der nächsten Reform und dem dazugehörigen Schulversuch. In Wirklichkeit ist das mühselige Erlernen der Schreibschrift nur unnötige Zeitverschwendung, noch dazu, wo sich die richtige Rechtschreibung dauernd ändert.

Das alte Relikt einer Unterschrift könnte man mit digitalen Signaturen ersetzen, auch Fingerabdrucksensoren, wie sie auf manchen Handys verwendet werden könnten eingesetzt werden; für ganz verwegene Freaks wären vielleicht sogar eingepflanzte Mikrochips ein Thema. In unserer vernetzten Welt sollte es dann einige Uplinks geben: Gesundheitsbehörden, Verwaltung, Finanzamt. Vieles könnte einfacher und effizienter gestaltet werden. Ein weiterer Vorteil wäre, man könnte auf die umstrittene Vorratsdatenspeicherung weitgehend verzichten.

Ein kleiner Schritt in das Herunterfahren  des Maturaniveaus wurde mit der Einführung der Zentralmatura schon gemacht. Es braucht halt alles seine Zeit, aber wenn unser Schulsystem noch länger reformiert wird, stehen die Chancen gut, dass es bald schneller gehen könnte. Dien Universitäten beobachten schon seit längerer Zeit, dass die Lese- und Schreibkompetenz der Studienanfänger sinkt, hört man von gewöhnlich gut informierten Kreisen.

Ein Lichtblick, die Jugend hat praktisch keine Probleme beim Ein- und Ausschalten von Handys und Computern.

 

Weiterfüherende Infos:
Thomas Selinger: Alles Schule, ein Versuch.
Christoph Janacs: Offener Brief zur Zentralmatura
Karl Traintinger: “kann ih nu nd sagn, cu. Auto-Tippfehlerkorrektur geplant. Ein NSA-Service?”


Wir möchten uns ganz herzlich bei den Unterstützern der Dorfzeitung bedanken. Sie ermöglichen es, dass wir auch weiterhin unabhängig bleiben.

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2016

Jasmin und Walter Ostermaier, UNIKUM. Laufen, Deutschland
Bernhard und Erna Müller
, Lamprechtshausen

2015

Mathias Hochradl, Theater Holzhausen
Thomas Selinger
, Salzburg
Bernhard Müller, Lamprechtshausen
Walter + Jasmin Ostermeier, UNIKUM, Laufen, Deutschland
Ernst Jani, Laufen, Deutschland
Bernhard Müller, Salzburg
Karl Traintinger, Tierarztpraxis Lamprechtshausen


Annelore Achatz Lamprechtshausen Salzburg –  Ana Bilandzija Salzburg – Annabell Brand Salzburg – Michaela ong>Essler Bürmoos Salzburg – Walter Hansy Gänserndorf Niederösterreich – Tomas FriedmannAlois Fuchs Bürmoos Salzburg – Nina Groß Moosdorf Wien – Literaturhaus Salzburg – Hans-Peter Graß Friedensbüro Salzburg – Ulrike Guggenberger Oberndorf Salzburg – Helmut Guggenberger Oberndorf Salzburg – Hilda Hammertinger Anthering Salzburg – Cordula Hofmann-Molis Kirchanschöring – Michael Honzak Honzi Seekirchen am Wallersee Salzburg – Karl Jocha Budapest – Helmut Junger Berlin – Daniel Krainer Bürmoos Salzburg – Ingrid Kreiter Südtirol Salzburg – Reinhard Lackinger Salvador Brasilien – Ludwig Laher St. Pantaleon Oberösterreich – Martina Lang Salzburg – Ulli Mairinger Bürmoos – Karl G. Mayr Taxham Salzburg – Andreas Maislinger Universität Innsbruck – Gerhard Michalek Nußdorf am Haunsberg Salzburg – Astrid Müller Salzburg – Bernhard Müller Lamprechtshausen Salzburg – Walter Müller Salzburg – Peter Neumaier Koppl Salzburg – Elisabeth Pichler Hallwang Salzburg – Robert Pienz Schauspielhaus Salzburg – Chris Ploier Thalgau Salzburg – Christiane Pott-Schlager Lamprechtshausen Salzburg – Andrea Nührig-Reiser Salzburg – Thomas Selinger Big T. Bürmoos Salzburg – Christina Schatzl-Gruber Salzburg – Alois Schöpf Lans Tirol – Mag.a Christina Schröder Südwind Wien – Walter Schweinöster Lofer Salzburg – Christine Schweinöster Lofer Salzburg – Manfred Siebinger Salzburg – Ingrid Schultschik Bürmoos Salzburg – Andrea Sigl Lamprechtshausen Salzburg – Michael Steinberger Nußdorf – Karl Traintinger Lamprechtshausen Salzburg – Stephan Traintinger Wien – Gidon Wagner München – Kurt Winkler Bürmoos Salzburg – Monika Wolfgruber Berndorf Salzburg – Irina Zelewitz Salzburg


Dorfzeitung

Das Redaktionsteam der Dorfzeitung ist einem ständigen Wechsel unterworfen. Wir freuen uns über jeden Mitarbeiter, der die Dorfzeitung auf ihrem Weg eine Zeit lang begleitet, egal wie lange. Bei uns gibt es keine materiellen Werte zu verdienen aber sehr sehr viel Ehre.

Redaktionsleitung, Bildredaktion

Dr. Karl Traintinger

Aktueklles Redaktionsteam

Elisabeth Pichler, Theater, Literatur

Thomas Selinger, Cartoons

Michael Honzak, Cartoons, Kochrezepte

Rebecca Schönleitner, Literatur

Sonja Schönleitner, Literatur

Matthias Traintinger, Theater

MMag. Siegfried Steinkogler, Musik

 

 


Kunst treibt Blüten. Schlosspark Schärding

Unter dem Motto „Kunst treibt Blüten“ präsentierten Schärdinger Künstler am Sonntag, dem 11. Juni 2017 ihre Werke bei herrlichem Wetter im Schlosspark der Barockstadt am Inn.

Von Karl Traintinger

Auf der grünen Wiese, umrahmt von großen Bäumen und altem, ehrwürdigen Gemäuer zeigten die Künstler einen Querschnitt ihrer aktuellen Arbeiten.

Beteiligte Künstler: Pamela Ecker (Malerei), Elisabeth Jungwirth (Keramikobjekte, Papierarbeiten), Sonja Krünes-Rager (Stoffmalerei, Acrylmalerei), Paul Osterberger (Glas- und Metallobjekte), Caroline Rager (kleine Objekte, Schalen aus Baumwollkordeln), Andreas Sagmeister (Metallplastik), Anita Selinger (Filzunikate, Objekte, Bilder), Anette Smolka-Woldan (Kinderbücher, kleine, humorvolle Zeichnungen), Thomas Weber (Malereien, Grafiken)


trumer summer opening

Es ist eine herrliche Eröffnung mit netten Gästen und einmaligem Flair, ist? Ich dachte es war am 27. Mai? Ja, stimmt, aber ich wollte nicht das es jemals endet.

seli01_S85Von Thomas “seli” Selinger

Ich will mit der Zugabe der grandiosen Mundwerk Crew beginnen. Es war die beste die ich seit langem sah. Eine Mischung aus HipHop-Vibes, Reggae-Grooves aus Bayern, Funky Brass- und Elektronik‐ Klänge aus Wien und einer fantastischen Band die ihr Handwerk gelernt hat. Die Stimmung war ausgelassen und die Gäste pulsierten im Takt sowie die Band es wollte.

2 Stunden Spaß, gute Laune und hervorragende Musik boten Erwin und Edwin mit ihrem Ensemble beim Trumer Summer Opening in der ArgeKultur Salzburg.

Perfekt organisiert und kulinarisch verwöhnt von Andreas Berlot mit seinem Team präsentierte die Trumer Brauerei vertreten durch Seppi Sigl ihr hopfig leichtes Hopfenspiel welches einmalig zum Buffet vom ArgeBeisl passte. Herrliche Salsas und Currys, sowie Tiramisu und vieles mehr zauberte die Küchencrew für die hungrigen Fans der Veranstaltung.

Ideenreich und zugleich einfach sowie einmalig schaffte es die Veranstaltung alle zu begeistern. Immer einen Tipp wert, die Veranstaltungen der ArgeKultur und ihren Partnern

Prost/Mahlzeit wünscht euch Euer Seli