120 Schüler aus vier verschiedenen Schulen (HIB Saalfelden, BORG Mittersill, Rudolf-Steiner-Schule Salzburg, BG Zaunergasse) haben sich intensiv mit Shakespeares tragischer Liebesgeschichte beschäftigt und daraus eine flotte, sehr heutige „Lovestory“ gebastelt. Ein aufwendiges, zeitintensives Projekt, eine logistische Meisterleistung des jungen Regisseurs Benjamin Blaikner.
Von Elisabeth Pichler
Wenn 320 Jugendliche im vollbesetzten Dorothea Porsche Saal auf den Auftritt ihrer Mitschüler warten, dann gibt es vorweg schon frenetischen Applaus. Auf der Bühne wird hingegen heiß diskutiert, ob es heute gendermäßig korrekt nicht Julia & Romeo heißen sollte. Großzügig wird auf eine Änderung des Titels verzichtet und das Spiel kann beginnen.
Die Bürger von Verona, die verfeindeten Montagues und Capulets, tragen einen Wetttanz aus. Welcher Gruppe gelingt die bessere Performance? Wer kann mit dem geschickteren Breakdancer brillieren? Romeo und Julia sind vielfach besetzt, doch stets an ihrer Kleidung zu erkennen. Die einzelnen Schulklassen schaffen es, ein wirklich perfektes Patchwork-Stück auf die Bühne zu zaubern, die Übergänge sind kaum zu erkennen. Viele witzige Details sorgen beim Publikum immer wieder für Begeisterungsstürme, wie etwa der sprechende Wald, die knirschenden Türen der Disco oder natürlich das Hochzeitslager (ein riesiges weißes Tuch) mit einem romantisch beleuchteten Herz im Hintergrund.
Bei so vielen jungen Menschen auf der Bühne kann auf ein Bühnenbild und Requisiten ohne weiteres verzichtet werden. Die Rückwand zieren Unmengen von bunten Liebesbriefchen, das reicht völlig, denn Tische und Sessel können zur Not auch pantomimisch dargestellt werden. Sprachlich ist die …


Kommentar hinterlassen zu "Patchwork „Romeo & Julia“ im Odeïon in Mayrwies"