Rose English: Plötzlich in Pracht beginnen

Rose English, Rose on Horseback with Tail, 1974/23012, chromogener Druck auf Papier, courtesy of Richard Gallery, London, Rom und New York

Rose English, Rose on Horseback with Tail, 1974/23012, chromogener Druck auf Papier, courtesy of Richard Gallery, London, Rom und New York | Museum der Moderne Salzburg

Die Magie der Performancekunst

Rose English, geboren 1950 in Hereford, Großbritannien, gilt zweifellos als eine der innovativsten und einflussreichsten Künstlerinnen ihrer Generation. Mit einer beeindruckenden Karriere, die sich über mehr als vier Jahrzehnte erstreckt, hat sie die Kunstwelt revolutioniert und neu definiert.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

English war eine Pionierin der Performancekunst, als diese Kunstform noch in den Kinderschuhen steckte – und das in einer Zeit, als die einflussreichen Kunstkritiker überwiegend Männer waren. Ihre Fähigkeit, sich in dieser von Männern dominierten Szene durchzusetzen und eine eigene Nische zu schaffen, zeugt von ihrem außergewöhnlichen Talent und ihrer Entschlossenheit.

In den 1970er-Jahren, inmitten der Konzeptkunst, Tanzszene und feministischen Bewegung Großbritanniens, entwickelte Rose English ihre einzigartige Form der Performancekunst. Ihr über Jahrzehnte umspannendes Werk verbindet Elemente von Theater, Tanz, Zirkus, Oper, Comedy und Poesie. Dabei lässt sie die Grenzen zwischen den ephemeren Künsten, zwischen Illusion und Realität sowie zwischen Geschlechtsidentitäten verschwimmen. Englishs Arbeiten sind bekannt für ihre opulente Ästhetik und tiefgründigen Themen. Sie hat es meisterhaft verstanden, Performance, Theater und bildende Kunst zu verschmelzen und damit fantastische Welten geschaffen, die das Publikum in ihren Bann ziehen.

Ihre Performances, wie die ikonische „Quadrille“ (1975), bei der Tänzerinnen auf Steckenpferden eine kunstvolle Choreographie aufführen, sind nicht nur visuelle Spektakel, sondern verwandeln das Banale in das Wunderbare und entführen die Zuschauer in eine magische Traumwelt. Unumstritten waren diese Arbeiten nie. Seit den 1970er-Jahren ist das Pferd ein zentrales Motiv in Rose Englishs Gesamtwerk. Besonders bemerkenswert sind auch ihre Bühnenperformances „Berlin“ (1976) und „My Mathematics“ (1992–1994), die weltweit Beachtung fanden.

Heute wird Rose English als eine der bedeutendsten Künstlerinnen der zeitgenössischen Kunstszene gewürdigt. Ihre bemerkenswerte Fähigkeit, tiefgründige Themen mit einer überwältigenden visuellen Pracht zu verbinden, verleiht ihren Werken eine einzigartige und zeitlose Qualität. Englishs Einfluss und Inspiration sind auch nach Jahrzehnten ungebrochen und werden zweifellos auch in den kommenden Jahren fortbestehen.

Das Museum der Moderne Salzburg zeigt erstmals im deutschsprachigen Raum eine umfassende Werkschau der Arbeiten von Rose English. Kuratorin: Marijana Schneider, Gastkuratorin: Lisa Moravec

5020 Salzburg, Mönchsberg 32
Rose English – bis 02. 02. 2025

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