Die Universität Mozarteum Salzburg, Abteilung Schauspiel und Regie, überrascht immer wieder mit bemerkenswerten Aufführungen. Nach ihrer prämierten Nora-Inszenierung bringt Julia Wissert diesmal Werner Schwabs bitterböses, abgründiges Drama über die Träume und Illusionen dreier Putzfrauen auf die Bühne. Umjubelte Premiere im übervollen Saal des KunstQuartiers war am 18.4.2012.

Von Elisabeth Pichler
Auf der Bühne versucht sich ein äußerst schräges Trio mit einigen Schnapserl und Schunkelmusik in Stimmung zu bringen, denn auch „ein paar alte Blunzen“ wollen Spaß haben. Die zwei älteren Damen hatten es im Leben wirklich nicht leicht. Die sparsame, bigotte Erna lamentiert über ihren ständig betrunken Sohn, der sich standhaft weigert, für Enkelkinder zu sorgen, dabei „hätte er doch immer einen Verkehr haben können“.
Die flotte Gretl hingegen ist dem Geschlechtlichen nicht abgeneigt, auch wenn sie bisher nicht viel Glück mit den Männern hatte. Im Moment muss als Ersatz Lydia, ihre geliebter Hund, herhalten. Die etwas jüngere, fromme Mariedl hingegen ist restlos glücklich, denn ihre Leidenschaft sind verstopfte Toiletten und da ist sie einzigartig, denn „das Mariedl machts am liebsten ohne“ und das weiß die Kundschaft, im Besonderen der Herr Pfarrer, zu schätzen.
Faszinierend, wie überzeugend die jungen Schauspiel-Studentinnen in die Rollen der bösartigen, alten Damen schlüpfen. Während Sabrina Tannen mit ihrer Pelzmütze aus dem Fundamt die Bigotterie ins Gesicht geschrieben ist, muss sich Manja Haueis gegen ihre innere Hitze stets Luft unter den Rock fächeln. Die beiden schrecken auch nicht davor zurück, sich bei ihren handgreiflichen Streitereien mit viel Körpereinsatz auf dem mit Erde bedeckten Boden zu wälzen. Staunend sieht Sina Reiß als Mariedl dem unw…

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