Ich mag ja tolle Leute. Wirklich. Menschen, die es nicht einfach hatten, Verluste ertragen mussten und trotzdem weitergehen. Ohne großes Theater. Geerdet, weitsichtig.

Von Alois Schöninger
Hallein, Salzburg
Bei mir heißen sie Anna Neuhuber oder Bernhard Hinterleitner. Ihnen habe ich den roten Teppich ausgerollt. Ganz diskret. Wer mein Schuhgeschäft kennt, weiß das.
Zurück zu Priscilla. Eine Bekannte hat mich gefragt, ob es ihr schon so schlecht geht, dass sie jeden Auftrag annehmen muss. Ich fand das erstaunlich direkt. Und auch unterhaltsam.
Vielleicht ist es gut für Hallein. Vielleicht auch nicht. Ein paar Bilder wird es geben, ein paar Tage Aufmerksamkeit. Ein bisschen Glanz zum Mitnehmen, solange der Vorrat reicht.
Was mich beschäftigt: Warum sie?
Weil sie ein Weltstar ist? Ist sie das? Und wenn ja… wofür eigentlich?
Ich meine, wenn Barbra Streisand kommen würde. Oder Clint Eastwood. Das wären Menschen mit Haltung. Mit Geschichte. Mit etwas, das bleibt. Das wäre eine Sensation.
Aber Priscilla?
Ich weiß nicht. Vielleicht bin ich einfach zu einfach gestrickt.
Man kann sie im Stadtkino sehen. Sie wird erzählen, Fragen beantworten, ein bisschen Vergangenheit auspacken. Für manche reicht das. Ein Hauch von großer, weiter Welt, der kurz durch Hallein weht und dann wieder verschwindet.
Andere schauen vielleicht einfach die sehr oft geliftete Ex vom King an. Rein interessehalber natürlich.
Ich habe gehört, sie besucht auch Geschäfte. Vielleicht braucht sie wirklich eine neue Brille. Oder ein Lego-Set. Wer weiß. Danach gibt’s Fotos. Lächeln. Hände schütteln. Ein bisschen Ewigkeit für die eigene Facebook-Seite.
Ich habe mich gefragt, was ich tun würde, wenn sie in meinen Laden kommt.
Nun ja.
Sie wäre da.
Und wenn ich gerade Kunden hätte, würde ich sie bitten zu warten.
So wie jeden anderen auch.
Die wirklich wichtigen Menschen sind für mich nämlich die, die niemand kennt. Die, die keine Kameras brauchen. Und die es trotzdem verdienen, dass man ihnen Zeit schenkt.
Priscilla war glaube ich auch am Opernball. Auch als bezahlter Gast, von Lugner damals.

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