Das 2006 in Sydney uraufgeführte Jukebox-Musical von Stephan Elliott und Allan Scott basiert auf dem gleichnamigen Kultfilm von 1994. Im Salzburger Landestheater inszeniert Ramesh Nair das Musical als schrille, farbenfrohe Show, die großen Spaß macht und zugleich ein Plädoyer für mehr Toleranz ist. Die Premiere am 6. Dezember 2025 sorgte für beste Laune und wurde mit Standing Ovations gefeiert.

„Hallo, ihr funkelnden Diamanten!“ So freundlich und schmeichelhaft wird das Publikum von einer gut gelaunten Dragqueen begrüßt. Das hebt sofort die Stimmung. Tick tritt als Dragqueen Mitzi in einem Club in Sydney auf. Seine Ex-Frau Marion ersucht ihn, für ein paar Wochen zu ihr nach Alice Springs in die australischen Outbacks zu kommen. Er soll in ihrem Casino auftreten, um endlich Benji, ihren gemeinsamen 8-jährigen Sohn, kennenzulernen.
Tick bittet die Transsexuelle Bernadette, ihn zu begleiten. Adam, der als Felicia auftritt, ist begeistert, besorgt einen alten Bus, tauft ihn „Priscilla, Queen of the Desert“ und schon geht es ab in die Wüste. Das ist nicht ungefährlich, denn eine Panne könnte das Ende dieses Roadtrips bedeuten. Die konservative Landbevölkerung ist nicht begeistert von dem schrillen Trio. In Saloons werden sie nicht bedient, der Bus wird beschmiert und Adam schließlich sogar verprügelt. Dank der Hilfe und Unterstützung von Bob, einem tüchtigen Mechaniker, der sich ihnen anschließt, erreichen sie schließlich doch noch ihr Ziel. Benji stellt fest, dass sein Papa wirklich der Beste in seinem „Beruf“ ist. Noch mehr freut er sich aber über seine Gute-Nacht-Geschichte.








Bekannte Popsongs der 70er und 80er Jahre heizen die Stimmung an, denn nicht nur „Girls Just Wanna Have Fun!“. Grandios Marco Dott als alternde Transsexuelle, die in einer hinreißenden Szene ihren verstorbenen Gatten betrauert. Einst war sie ein Star. Das beweist Achim Himmelbauer, der als junge Bernadette auftritt. Tick (Oliver Arno) verschweigt lange seine heterosexuelle Vergangenheit und den wahren Grund dieser Reise. Adam (Leon de Graaf) hat nur einen Wunsch, er will als Dragqueen auf dem Berg Uluru auftreten. Verstärkung bekommt das Trio von drei Damen (Monika Ballwein, Alea Hagedorn und Larissa Enzi), die malerisch über die Bühne schweben und auch gesanglich viel zu bieten haben.
Das Ballettensemble des Salzburger Landestheaters sorgt für mitreißende Tanzszenen, die stets mit Szenenapplaus bedankt werden. Adam Nee hat die bunte Truppe mit 300 (!) phantastischen, glitzernden Kostümen versorgt, die in Verbindung mit tollen Videos für grandiose Bilder sorgen. Bei all dem Trubel schwingen aber stets auch ernste Töne mit. So beschmiert die Landbevölkerung den Bus mit „Fuck off Schwuchteln!“. Natürlich wird der Bus sofort rosarot übermalt.
Ramesh Nair hat dem Salzburger Publikum ein Musical der Extraklasse beschert, was der Schlussapplaus und die Standing Ovations bei der Premiere bewiesen. Absolut sehenswert!!!








„Priscilla – Queen of the Desert“ – Stephan Elliott und Allan Scott. Inszenierung und Choreographie: Ramesh Nair. Musikalische Leitung: Wolfgang Götz, Manuel Lauerer. Bühne: Michael Lindner. Video: Michael Lindner, Roman Hagenbrock, Surjo Naskar. Kostüme: Adam Nee. Dramaturgie: Anna N. M. Lea. Mit: Oliver Arno, Leon de Graaf, Marco Dott, Aloysia Astari, Emil Knam / Jonathan Mayer / Matthias Schorn-Roubin, Magnus Jahr, Achim Himmelbauer, Monika Ballwein, Alea Hagedorn, Larissa Enzi, Marina Petkov, Axel Meinhardt. Chor des Salzburger Landestheaters. Ballettensemble des Salzburger Landestheaters. Priscilla-Band. Fotos: © SLT / Tobias Witzgall

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