Psychotherapie für alle: Ein Recht, kein Privileg

Frans Declercq - Die Möve vom Abtsee

Frans Declercq - Die Möve vom Abtsee | Foto: Karl Traintinger


Die psychische Gesundheit darf keine Frage des Kontostands sein. Dass die ÖGK seit Anfang des Jahres die Kosten für Psychotherapie voll übernimmt, ist ein längst überfälliger Schritt für die soziale Gerechtigkeit in unserem Land, auch wenn die langen Wartelisten die Freude darüber noch deutlich trüben.

So Wochenkommentar

Von Sarah Weber

Wer Zahnschmerzen hat, geht zum Zahnarzt und zeigt seine E-Card. Das ist selbstverständlich. Doch wer an einer Depression leidet oder unter anderen psychischen Erkrankungen, musste in Österreich bisher oft tief in die eigene Tasche greifen. Damit soll jetzt Schluss sein.

Dass dieser Schritt überfällig war, zeigen die Zahlen deutlich. In Österreich ist fast jeder vierte Erwachsene im Laufe seines Lebens von einer psychischen Erkrankung betroffen. Schaut man nach Salzburg, wird klar: Besonders junge Menschen trifft es hart. Eine Studie der Arbeiterkammer zeigt das etwa die Hälfte der Jugendlichen von einer psychischen Krankheit betroffen ist, Gründe sind oft Schlafmangel, Vergleichsdruck oder die Sozialen Medien.

Bisher war professionelle Hilfe oft eine Frage des Geldes. Eine Therapiestunde kostet in der Stadt Salzburg selten unter 100 Euro. Wer sich das nicht leisten konnte, blieb auf der Strecke. Dass die Krankenkasse nun die Kosten übernimmt, verspricht viele zu erleichtern.

Doch perfekt ist die Umsetzung noch nicht: Bereits jetzt übersteigt die Nachfrage voraussichtlich das Angebot. In den ersten 5 Wochen meldeten sich bereits 3000 Personen über die zuständige Seite psyhelp an. Für ein ganzes Jahr sind 8000 Therapieplätze vorgesehen. Es braucht also nicht nur die Kostenübernahme, sondern einen massiven Ausbau an verfügbaren Plätzen.

Trotz der Wartezeiten ist dieser Ansatz ein immenser Schritt in die richtige Richtung. Psychische Gesundheit ist kein Luxus, den man sich erst leisten muss, sie ist ein Grundrecht.

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