Randerscheinungen – Figuration des Übergangs

Randerscheinungen – Kunst am Rand als Spiegel unserer Mitte

Kunst am Rand als Spiegel unserer Mitte

Die Ausstellung „Randerscheinungen“ im Raum für Kunst (Bergstraße 12a) lenkt den Blick auf Übergänge, Grenzen und das vermeintlich Nebensächliche.

Von Karl Traintinger

Entstanden im Umfeld der Interuniversitären Einrichtung Wissenschaft & Kunst (PLUS & Mozarteum), verbindet die Schau künstlerische Vielfalt mit gedanklicher Tiefe. Tipp: Licht einschalten falls es nicht brennt und Zeit mitbringen – es lohnt sich.

Nicole Ressar – Tugend außer Haus

Ressar thematisiert das Ich als Grenze und Verbindung zur Welt. In Arbeiten wie „Geburt meiner Sonne“, „Weltzuhause“ oder „Frieden“ werden Werte sichtbar und fühlbar. Ihre Bilder wirken poetisch, persönlich und zugleich gesellschaftlich relevant.

Carmen Schmidberger – Patchwork-Literatur

Eine interaktive Textcollage, in der literarische Satzfragmente neu kombiniert werden können. Besucher:innen werden Teil des Werks – Textränder werden zur Mitte, Bedeutungen bleiben offen und beweglich.

Karin Buchauer – o. T. (Pool)

Mit Stoff, Perlen und Schnur denkt Buchauer über den Beckenrand als Grenze der Freiheit nach. Eine ruhige, sinnliche Arbeit über Körper, Wasser und das Loslassen von Kontrolle.

Birgit Kastner-Lindenthaler – Augenblicke am Gehsteigrand in Buenos Aires

Ihre Fotografien zeigen Alltag aus der Randperspektive – Übergänge zwischen Gehsteig und Straße, beiläufige Szenen mit stiller Poesie und urbaner Beobachtungsschärfe.

Vladimir Šlepec – Ilse Weber und der kulturelle Rand von Theresienstadt

Die emotional stärkste Position: eine multimediale Installation über die Dichterin Ilse Weber, die selbst im Konzentrationslager Kunst schuf. Spielzeugzug, Porträt, Stadtplan, Blume und ein QR-Code zu Webers Lied verdichten sich zu einer eindringlichen Erinnerung an Menschlichkeit, Widerstand und Hoffnung.


„Randerscheinungen“ ist eine leise, kluge und berührende Ausstellung, die zeigt, wie viel Bedeutung im Übergang und im Abseitigen steckt. Wer genau hinsieht, wird reich belohnt. Ein Besuch ist sehr zu empfehlen.

Raum für Kunst
Kunstquartier, 5020 Salzburg, Bergstraße 12a
Bis 16. 3. 2026

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